15 US-Bundesstaaten klagen gegen reduzierten Kinderimpfplan
In den USA haben 15 Bundesstaaten eine Klage gegen den kürzlich eingeschränkten staatlichen Impfplan für Kinder angekündigt. Die von Demokraten regierten Staaten, darunter Colorado, Michigan, New Jersey und Wisconsin, werfen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und der Gesundheitsbehörde CDC vor, mit den neuen Empfehlungen "Jahrzehnte wissenschaftlicher Forschung" zu missachten und "die Kinder in Amerika kränker" zu machen.
Streit um wissenschaftliche Grundlagen
Kennedys Ministerium hatte Anfang Januar mitgeteilt, die Zahl der für alle Kinder empfohlenen Impfungen zu senken. Aus dem Impfplan gestrichen wurden Immunisierungen unter anderem gegen:
- Rotaviren
- Influenza
- Hepatitis B
Nur Kinder mit besonderem Risiko sollen nach der neuen Regelung noch gegen diese Krankheiten geimpft werden. Fachleute reagierten mit scharfer Kritik auf diese Entscheidung und betonten, dass sie jahrzehntelangen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirksamkeit von Impfprogrammen widerspreche.
Historischer Kontext und aktuelle Entwicklungen
Bereits im Dezember hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC ihre bisherige Impfempfehlung für Neugeborene gegen Hepatitis B zurückgenommen – gegen den expliziten Rat von Experten. Kennedy, seit gut einem Jahr Gesundheitsminister von US-Präsident Donald Trump, hatte die Impfkommission mit der Überprüfung der mehr als 30 Jahre alten Regeln für Kinderimpfungen beauftragt.
Der Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy bringt Immunisierungen etwa mit Autismus bei Kindern in Zusammenhang, was jedoch nicht wissenschaftlich erwiesen ist. Hintergrund der Kontroverse ist eine steigende Impfskepsis in den USA, vor der Fachleute bereits seit längerem warnen.
Gesundheitsrisiken und rechtliche Rahmenbedingungen
Experten befürchten eine Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die als weitgehend ausgerottet galten. Im vergangenen Jahr erlebten die USA den größten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren, mit mehr als 2000 gemeldeten Fällen im Jahr 2025.
In den USA sind einige Impfungen wie die gegen Masern, Mumps und Röteln für die Einschulung verpflichtend, andere werden dringend empfohlen. In zahlreichen Bundesstaaten können Eltern ihre Kinder jedoch befreien lassen, etwa aus religiösen Gründen. Die aktuelle Klage der 15 Bundesstaaten stellt nun die rechtliche Grundlage der neuen Impfempfehlungen in Frage und könnte weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit in den Vereinigten Staaten haben.



