Tarifkonflikt am Mediclin Müritz-Klinikum: Drohen mehrtägige Streiks?
Tarifstreit am Müritz-Klinikum: Streiks möglich

Der Tarifkonflikt im Mediclin Müritz-Klinikum spitzt sich zu. Nach drei Warnstreiks innerhalb weniger Wochen trafen sich die Konzern-Geschäftsführung, die regionale Leitung und die nichtärztlichen Mitarbeiter zu einer internen Krisensitzung in Waren. Laut der Gewerkschaft Verdi war der Konferenzraum gut gefüllt, und Mitarbeiter aus Röbel, Neubrandenburg und Parchim waren online zugeschaltet. Die etwa zweistündige Versammlung brachte jedoch keine Lösung.

Unternehmen schweigt, Verdi kritisiert

Das Unternehmen hält sich zu den Ergebnissen bedeckt. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage lediglich: „Da es sich um einen laufenden internen Prozess handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir derzeit keine weiteren inhaltlichen Details mitteilen können. Die Geschäftsführung verfolgt weiterhin das Ziel, den Dialog konstruktiv fortzuführen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.“

Friedrich Gottschewski von Verdi wurde deutlicher. Er berichtete von emotionalen Reaktionen der Mitarbeiter, die sich „von oben herab“ behandelt und „respektlos“ geführt fühlten. Der Eindruck sei entstanden, dass die Mitarbeiter nicht ernst genommen würden.

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Angebote der Geschäftsführung unzureichend

Laut Gottschewski gab es wenig neue Ergebnisse. Die Geschäftsführung habe Hintergründe zum Unternehmenszustand erläutert und Verbesserungen versprochen, die bereits länger bekannt seien. Dazu gehören eine Arbeits- und Sozialordnung mit mindestens 30 Tagen Urlaub und einer 38,5-Stunden-Woche sowie eine Lohnerhöhung und Schichturlaub. Diese Maßnahmen seien jedoch unzureichend.

„Die Maßnahmen sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie sind zwar gut und wichtig, aber die Menschen wollen mehr Geld haben“, so Gottschewski. Die Entgelte blieben weit hinter der Inflationsrate zurück, was einen Reallohnverlust bedeute. „Es gibt einfach keine Sicherheit ohne Tarifvertrag“, betont er.

Die versprochene Lohnerhöhung sieht der Gewerkschafter kritisch: „Praktisch ist es eine Arbeitszeitverkürzung, die sich im Portemonnaie aber nicht bemerkbar macht. Der Monatsbruttolohn bleibt gleich, während die Arbeitszeit leicht verringert wird. Es ist falsch, das als eine echte Lohnerhöhung zu verkaufen.“

Mitarbeiter fordern Tarifvertrag

Die Rückmeldungen der Kollegen seien eindeutig: „Sie wollen einen Tarifvertrag, egal, was der Arbeitgeber anbietet. Wenn der Arbeitgeber das inzwischen nicht verstanden hat, kann es in den nächsten Tagen weitere Streiks geben.“ Bisher gab es eintägige Warnstreiks, doch Gottschewski schließt mehrtägige Streiks von zwei bis vier Tagen oder sogar einer Woche nicht aus. „Wir wären bereit, wenn es weiter so bleibt. Die Notfallversorgung muss natürlich immer gewährleistet sein“, betont er.

Ungleichbehandlung zu Ärzten

Bereits seit Juli 2025 haben die Ärzte des Müritz-Klinikums einen konzernweiten Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. „Die nichtärztlichen Mitarbeiter finden das unfair, dass einige im Haus Tarifverträge und branchenübliche Löhne haben, und den anderen bleibt es verwehrt“, schildert Gottschewski.

Bei den bisherigen Streiks legten teilweise mehr als einhundert Klinikmitarbeiter die Arbeit nieder und demonstrierten für Tarifverträge. Die Geschäftsführung plädierte jedoch stets für individuelle, hausinterne Verträge. Ob es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommt, bleibt abzuwarten.

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