GKV-Beitragsexplosion: Wechsel in die PKV wird attraktiver
GKV-Beitragsexplosion: PKV-Wechsel attraktiver

Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sorgt für Unruhe. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Beitragsbemessungsgrenze anheben, um die Finanzen der GKV zu sanieren. Konkret soll die Grenze, bis zu der Einkommen beitragspflichtig sind, im Jahr 2027 gleich zweimal steigen: einmal turnusgemäß um etwa 3000 Euro jährlich und zusätzlich um 300 Euro pro Monat. Dies könnte für viele Gutverdiener den Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) attraktiver machen.

Was bedeuten die neuen Grenzen?

Die Beitragsbemessungsgrenze in der GKV liegt derzeit bei 69.750 Euro im Jahr (5812,50 Euro monatlich). Bis zu diesem Betrag wird das Einkommen prozentual zur Beitragsberechnung herangezogen. Wer mehr verdient, profitiert davon, dass der darüberliegende Teil beitragsfrei bleibt. Durch die geplante Erhöhung steigt die Grenze auf schätzungsweise 76.350 Euro jährlich. Dadurch wird ein größerer Teil des Einkommens beitragspflichtig, was die GKV für Besserverdienende teurer macht.

Die Versicherungspflichtgrenze

Ein Wechsel in die PKV ist jedoch nur möglich, wenn das Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Diese liegt aktuell bei 77.400 Euro pro Jahr (6450 Euro monatlich). Auch diese Grenze soll um 300 Euro monatlich steigen. Damit wird der Kreis der Wechselwilligen erweitert.

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Beratungsanfragen steigen

Versicherungsmakler Dieter Homburg aus Lippstadt berichtet von einem deutlichen Anstieg der Beratungsanfragen: „Seitdem dieser Plan öffentlich wurde, habe ich rund 50 Prozent mehr Anfragen zu einem möglichen Umstieg in die PKV.“ Viele gesetzlich Versicherte erwägen nun den Schritt in die private Krankenversicherung.

Wichtige Punkte für die Entscheidung

Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt von individuellen Faktoren ab. Neben dem Einkommen spielen Alter, Gesundheitszustand und Familienplanung eine Rolle. In der PKV sind die Beiträge einkommensunabhängig und richten sich nach dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand. Zudem müssen Privatversicherte oft Leistungen vorfinanzieren und erhalten später Beiträge zurück. Ein Wechsel sollte daher gut überlegt sein.

Die Debatte um die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze zeigt, dass die Politik die finanzielle Stabilität der GKV sichern will, aber gleichzeitig den Wechsel in die PKV für einige attraktiver macht. Wer sich für einen Wechsel interessiert, sollte sich umfassend beraten lassen und die langfristigen Konsequenzen bedenken.

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