Hantaviren in MV: Kein Grund zur Sorge nach Todesfällen auf Kreuzfahrtschiff
Hantaviren in MV: Kein Grund zur Sorge

Nachdem auf dem unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff „Hondius“ mehrere Hantavirus-Fälle, darunter drei tödliche, aufgetreten sind, besteht nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock kein Anlass zur allgemeinen Besorgnis. Hantaviren seien weltweit verbreitet und würden auch in Deutschland regelmäßig auftreten, heißt es aus der Behörde. Mecklenburg-Vorpommern gehöre mit durchschnittlich etwa zehn gemeldeten Fällen pro Jahr nicht zu den Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko.

Milde Verläufe bei hier vorkommenden Virusvarianten

Die in Deutschland vorkommenden Varianten des Virus verursachen dem Lagus zufolge überwiegend mildere Krankheitsverläufe mit Beteiligung der Nieren. Schwere pulmonale, also die Lunge betreffende Verläufe, wie sie beispielsweise in Südamerika durch das sogenannte Andes-Virus beschrieben sind, stehen nicht im Zusammenhang mit den in MV sporadisch auftretenden Infektionen.

Übertragung und Symptome

Hantaviren werden in der Regel durch Nagetiere wie Mäuse oder Ratten übertragen. Eine Ansteckung erfolgt meist über das Einatmen von virushaltigem Staub, der mit Ausscheidungen infizierter Tiere kontaminiert ist. Direkte Kontakte zu Nagern sind dafür nicht zwingend erforderlich. Die Inkubationszeit beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen, in Ausnahmefällen kann sie nur fünf oder auch bis zu 60 Tage betragen, heißt es vom Robert Koch-Institut (RKI). Leichte Erkrankungen, wie sie in Deutschland üblicherweise auftreten, ähneln einer Grippe. Häufige Symptome sind Fieber, kolikartige, oft einseitige Flankenschmerzen, Übelkeit und Durchfall, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit, oft verbunden mit Sehstörungen und Einblutungen in die Augen-Bindehaut.

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Betroffene Bevölkerungsgruppen

Nach RKI-Angaben sind mehr als zwei Drittel der in Deutschland Erkrankten Männer, von ihnen wiederum gehören mehr als die Hälfte der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen an. Kinder erkranken laut RKI nur sehr selten.

Prävention und Maßnahmen

Gesundheitsexperten empfehlen, den Kontakt mit Nagern und deren Ausscheidungen grundsätzlich zu vermeiden. Insbesondere bei Reinigungsarbeiten in geschlossenen oder wenig genutzten Bereichen sollten Räume ausreichend gelüftet und Atemschutzmasken sowie Handschuhe getragen werden. Der Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff, von dem auch Deutsche betroffen sind, wird weiterhin eng begleitet und in Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden bewertet, heißt es. Das RKI steht dazu in Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie den niederländischen Behörden und informiert unter anderem den öffentlichen Gesundheitsdienst in Deutschland. Im Krankheitsfall unterstützt das Institut auch bei der Verlegung Betroffener auf eine Isolierstation.

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