Sechsjähriger Livian aus Brandenburg weiß: Der Krebs kann nicht mehr besiegt werden
Livian ist erst sechs Jahre alt, doch er weiß bereits, dass er bald sterben wird. Der Junge aus Zühlsdorf bei Oranienburg in Brandenburg leidet an einem sogenannten Neuroblastom, einer äußerst aggressiven Krebserkrankung, die vom Nervensystem ausgeht. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Behandlung haben die Ärzte nun erklärt, dass alle Möglichkeiten der modernen Medizin ausgeschöpft sind.
Ein langer Kampf gegen die „Monster“
„Livian hatte nach seinem vierten Geburtstag plötzlich starke Schmerzen in den Beinen“, berichtet sein Vater Sven A. (48). „Wir hofften zunächst auf Wachstumsschmerzen, doch die Diagnose in der Berliner Charité war niederschmetternd: Ein Neuroblastom mit zahlreichen Metastasen.“
Es folgten anderthalb Jahre intensiver Therapien mit Chemotherapie und Bestrahlung. Im März 2025 schien der Kampf gewonnen – der Krebs war besiegt. Doch die Freude währte nur kurz. Bereits einen Monat später kehrten die Schmerzen zurück, neue Tumore hatten sich in Schädelknochen und Becken gebildet.
Livian kämpfte weiter und nannte die Tumore „Monster“, die er zerstören wollte. Eine zehnwöchige Stammzelltherapie mit Zellen seines Vaters sollte helfen, blieb jedoch erfolglos. Der Krebs wurde sogar noch aggressiver.
Die traurige Gewissheit
„Die Ärzte haben uns mitgeteilt, dass sie den Krebs mit allem, was die Medizin hergibt, nicht mehr in den Griff kriegen“, sagt Sven A. mit brüchiger Stimme. Livian ist inzwischen stark geschwächt, wird über Tropf und Sonde versorgt, wiegt nur noch 18 Kilogramm und benötigt einen Rollstuhl.
Die Ärzte können nicht sagen, ob der Junge seinen siebten Geburtstag Anfang April noch erleben wird. Sicher ist jedoch: Das nächste Weihnachtsfest wird er nicht mehr feiern können.
Ehrlichkeit in der Familie
„Wir lügen unsere Kinder nicht an, deshalb haben wir es ihnen gesagt“, erklärt der Vater. Livian und seine neunjährige Schwester Seraphina wissen nun Bescheid. Es wurde viel geweint, doch Livian nahm die Nachricht erstaunlich gefasst auf.
„Er ist mit dem Tod schon vertraut aus seiner Klinikzeit“, sagt Sven A. „Es gab keinen Tag, an dem er nicht mit ihm konfrontiert wurde.“ Livian spricht davon, dass er bald in den Himmel geht und von dort aus seine Familie beschützen möchte.
Letzte Wünsche und eine Spendenaktion
Livian wünscht sich, mit seiner Familie noch Ostereier bemalen und im August am Senftenberger See campen zu können. Spielzeug oder eine Playstation möchte er nicht – „das kann er ja doch nicht mit in den Himmel nehmen“.
Die Leiterin von Livians Kita hat eine Spendenaktion bei GoFundme ins Leben gerufen, damit die Familie die verbleibende Zeit ohne finanzielle Sorgen genießen kann. Livians Eltern haben ihm bereits vorzeitig eine Schildkröte geschenkt, die er sich zum Geburtstag gewünscht hatte.
Neuroblastome gehören zu den häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter. Etwa eines von 100.000 Kindern ist pro Jahr betroffen. Die Erkrankung tritt meist vor dem sechsten Lebensjahr auf und kann sehr aggressiv verlaufen.



