Frühlingssonne birgt unterschätzte Gefahren: UV-Strahlung erfordert frühzeitigen Schutz
Die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings locken nach den dunklen Wintermonaten ins Freie. Doch was für die Seele wohltuend ist, kann für die Haut gefährlich werden. Viele Menschen unterschätzen die Kraft der Frühjahrssonne erheblich, wie Experten nun warnen.
Der UV-Index als entscheidender Richtwert
„Für den Sonnenschutz zählt nicht, wie warm oder kalt es ist - entscheidend ist die Höhe des UV-Indexes“, betont Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Der UV-Index misst die Stärke der UV-Strahlung auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 11+ (extrem) und bietet wichtige Orientierung für Schutzmaßnahmen.
Ab Werten von 3 raten Fachleute dringend zum Schutz von Haut und Augen. Solche mittleren Werte können in Deutschland bereits im März erreicht werden. Die UV-Strahlung verursacht nicht nur unangenehme Sonnenbrände, sondern erhöht auch langfristig das Hautkrebsrisiko.
Umfassende Schutzmaßnahmen bei erhöhtem UV-Index
Sonnenschutzmittel richtig anwenden: Die Sonnencreme sollte sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützen. Das BfS empfiehlt mindestens Lichtschutzfaktor 30, für Kinder und hellhäutige Personen sogar LSF 50 oder 50+. Entscheidend ist dabei die erste aufgetragene Creme mit Lichtschutzfaktor.
Augenschutz nicht vergessen: Eine Sonnenbrille mit der Kennzeichnung UV400 schützt vor Linsentrübungen und Netzhautschäden. Ohne diese Kennzeichnung bietet die Brille keinen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung.
Weitere Schutzmaßnahmen: Das BfS rät bei UV-Index-Werten ab 3 zusätzlich dazu, in den Mittagsstunden den Schatten aufzusuchen und eine Kopfbedeckung zu tragen.
Besondere Empfindlichkeit im Frühjahr
Die Haut reagiert im Frühjahr besonders empfindlich auf UV-Strahlung, da sie monatelang nur wenig Sonne ausgesetzt war. Das hauteigene Schutzschild aus Pigmentzellen ist zu dieser Jahreszeit noch nicht voll ausgebildet, wie Dermatologin Marion Moers-Carpi erklärt. Dies erklärt, warum viele Menschen im Frühling schneller einen Sonnenbrand bekommen als im Sommer.
Praktische Tipps für optimalen Schutz
Richtiges Eincremen: Vor dem Auftragen der Sonnencreme empfiehlt Moers-Carpi, zunächst eine Feuchtigkeitscreme aufzutragen und gut einziehen zu lassen. Besonders gründlich sollten sogenannte „Sonnenterrassen“ wie Nasenrücken und Ohren eingecremt werden, da diese Bereiche häufig vergessen werden.
Tagescremes beachten: Wer eine Tagescreme mit geringem Lichtschutzfaktor verwendet und darüber eine Sonnencreme mit hohem LSF aufträgt, erhält nur den Schutz der ersten Creme. Daher rät die Expertin zu Tagescremes ohne Lichtschutzfaktor, wenn zusätzlich Sonnenschutzmittel verwendet werden.
Die regelmäßige Kontrolle des UV-Index in Wetter-Apps kann dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt für Schutzmaßnahmen nicht zu verpassen und die Frühlingssonne unbeschwert genießen zu können.



