Rosenheim-Cops-Star Marisa Burger warnt vor gefährlichem Magertrend
Die Schauspielerin Marisa Burger, bekannt aus der Serie Die Rosenheim-Cops, äußert sich besorgt über eine bedenkliche Entwicklung in der Gesellschaft. Die 52-Jährige beobachtet, dass extrem schlanke Körperideale wieder stärker in den Fokus rücken – ein Trend, den sie als alarmierend und rückläufig bezeichnet.
Bodypositivity wird zurückgedrängt
In einem aktuellen Podcast-Interview mit Abendkasse – Kultur in der Clutch betonte Burger, dass die Errungenschaften der Bodypositivity-Bewegung gefährdet seien. „Ich habe den Eindruck, dass wir in der Hinsicht wieder richtig rückläufig werden und dass es wieder in dieses 'Heroin Chic' und in dieses ganz dünne Body-Bild zurückgeht“, erklärte die Darstellerin. Sie erinnerte daran, dass es zuvor Fortschritte gab, bei denen vielfältige Schönheitsideale akzeptiert und ein gesundes Selbstbild gefördert wurden.
Abnehmspritze Ozempic als Mitverursacher
Burger macht unter anderem die sogenannte Abnehmspritze Ozempic für diese Entwicklung verantwortlich. Das Medikament, ursprünglich für Diabetes-Patienten entwickelt, erlebt seit einiger Zeit einen Boom als Schlankmacher. „Das hat mich wirklich erschreckt. Weil wir waren doch wirklich schon mal weiter und offener“, so die Schauspielerin. Sie befürchtet, dass durch solche Hilfsmittel ein unrealistisches und ungesundes Körperideal propagiert wird.
Prominente als Vorbilder mit negativem Einfluss
Besonders kritisch sieht Burger die Vorbildfunktion von Prominenten. Als Beispiel nannte sie die Oscar-Verleihung im März, bei der Schauspielerinnen wie Nicole Kidman oder Emma Stone extrem schlank auftraten. „Ja, das hat mich erschreckt. Und das macht mich auch traurig“, kommentierte sie diese Beobachtung. Da Stars einen großen Einfluss auf junge Menschen haben, könnten solche Bilder Druck auf Kinder und Jugendliche ausüben, einem mageren Ideal entsprechen zu müssen.
Eigene Erfahrungen mit Essstörungen
Marisa Burger spricht aus persönlicher Erfahrung. In ihrer Jugend litt sie selbst an Magersucht, wie sie vor drei Jahren in einem Interview mit Bunte offenbarte. „In meiner frühen Jugend war ich magersüchtig. Ich bin dann freiwillig ins Internat gegangen. Da konnte ich dann auch wieder zur Normalität zurückkehren“, erzählte sie. Diese Erfahrungen verarbeitete sie auch in ihrem Bestseller-Buch Vergiss nie, wie dein Herz am Anfang war.
Medizinische Perspektive auf Ozempic
Ihre Podcast-Partnerin Solveig Duda ordnete die Debatte etwas differenzierter ein. Sie wies darauf hin, dass Ozempic ursprünglich ein Diabetesmittel sei und für Patienten mit dieser Erkrankung oder starkem Übergewicht medizinische Vorteile bieten kann. „Es ist ja ursprünglich ein Diabetesmittel und für Diabeteskranke ein Segen, weil es den Blutzuckerspiegel normalisiert“, erklärte Duda. Dennoch teilt sie die Sorge, dass der Missbrauch des Wirkstoffs zu einem gefährlichen Trend beiträgt.
Die Apotheken Umschau berichtete kürzlich über diese gegenläufige Entwicklung, bei der vor allem bei Frauen wieder ein sehr schlankes Körperbild in den Vordergrund rückt. Burger fällt ein klares Urteil: „Ja, in der Modewelt findet wieder so ein Umschwung statt. [...] Ich find's schlimm“. Ihre Warnung richtet sich insbesondere an junge Menschen, die durch unrealistische Ideale verunsichert werden könnten.



