Es geschieht schleichend und weniger abrupt als bei Frauen, aber dennoch spürbar: Veränderungen im männlichen Intimbereich, die ganz einfach auf den Alterungsprozess zurückzuführen sind. Der Urologe Dr. Christoph Pies erläutert, wie sich die männlichen Genitalien im Laufe der Jahre wandeln. Auslöser ist ein allmählich sinkender Testosteronspiegel, der sich auf Lust, Erektion und Regeneration auswirken kann.
Hormonelle Veränderungen ab 35
In den Zwanzigern und frühen Dreißigern ist der Hormonspiegel meist am höchsten. Ab etwa 35 Jahren beginnt er zu sinken. Zwischen 40 und 60 berichten viele Männer von einer geringeren sexuellen Lust, weniger festen Erektionen und längeren Erholungsphasen nach dem Höhepunkt. Ab 60 Jahren können Durchblutung und Nervenfunktion weiter nachlassen. Dennoch bleibt sexuelle Aktivität grundsätzlich möglich, wenn auch mit veränderter Intensität.
Sichtbare Veränderungen der Haut
Auch Haut und äußeres Erscheinungsbild bleiben nicht gleich. „Die Haut am Penis und am Hodensack wird dünner und verliert an Elastizität“, erklärte Dr. Pies im Gespräch mit FITBOOK. Ursache ist unter anderem ein Rückgang von Kollagen, einem Eiweiß, das für Spannkraft sorgt. Zusätzlich kann die Durchblutung nachlassen. Der Penis wirkt im schlaffen Zustand dann mitunter kleiner oder weniger prall. Entscheidend ist: Meist verändert sich nicht die tatsächliche Länge, sondern nur die Optik.
„Ein weiterer Faktor ist die Veränderung des Fettgewebes. Gerade im Bereich des Unterbauchs kann sich Fett einlagern, wodurch ein Teil des Penisschafts verdeckt wird. Das führt dazu, dass der Penis kürzer erscheint, obwohl sich seine tatsächliche Länge nicht wesentlich verändert hat“, erläutert der Experte. Allerdings kann in seltenen Fällen auch eine Erkrankung dahinterstecken – eine ärztliche Abklärung kann im Zweifel sinnvoll sein.
Funktionelle Veränderungen der Erektion
Erektionen hängen stark von Blutfluss und Nerven ab – beides kann im Alter beeinträchtigt sein. Es kann länger dauern, bis eine Erektion entsteht, und sie ist oft weniger stabil. Auch die Ejakulation bleibt möglich, allerdings häufig mit geringerer Menge und einer längeren Pause bis zur nächsten Erregung. Die Libido kann sinken, muss es aber nicht. Neben Hormonen beeinflussen auch Stress, allgemeine Gesundheit und die Beziehungsqualität die sexuelle Lust.
Individuelle Unterschiede und Behandlungsmöglichkeiten
Viele dieser Veränderungen – so hebt es Dr. Pies hervor – sind normale Alterungsprozesse und verlaufen von Mann zu Mann unterschiedlich. Hormontherapien können bei nachgewiesenem Mangel helfen, können die Alterung jedoch nicht aufhalten und erfordern eine ärztliche Kontrolle. Wer unsicher ist, sollte einen Urologen aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.



