Der frühere Nationaltorhüter René Adler hat die anhaltende Diskussion über Oliver Baumann im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft kritisiert. Die Debatte sei der deutschen Nummer eins gegenüber „nicht fair“, sagte Adler dem SID. Der Hoffenheimer habe „eine wirklich sehr, sehr gute WM-Qualifikation gespielt. Wir sollten damit anfangen, einfach mal wertzuschätzen, was wir an ihm haben.“
Kein Verständnis für Neuers Rückkehr-Gerüchte
Adler zeigte kein Verständnis dafür, dass zwischenzeitlich über eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) diskutiert worden war. „Ich habe absoluten Respekt vor Manu und seinen Leistungen in dieser Saison, aber er macht es nicht mehr, er ist zurückgetreten“, sagte der 41-Jährige. Es gebe hierzulande „vielleicht nicht mehr dieses alles überstrahlende Torwartdenkmal“, Deutschland habe aber weiterhin „gute Torhüter. Und dann geht es auch darum, zu akzeptieren, was man hat.“
Negative Auswirkungen auf das Team
Ansonsten, ergänzte Adler beim Nachrichtenportal WEB.DE News, schwäche man „mit so einer Diskussion möglicherweise jetzt schon die Mannschaft. Denn in dem Moment, in dem du Baumann auch nur ein Stück schwächst, schwächst du das gesamte Team.“ Der zwölfmalige Nationalspieler empfahl Bundestrainer Julian Nagelsmann zudem, den Münchner Jonas Urbig als Nummer zwei hinter Baumann mitzunehmen: „Er deckt die Rolle ab als potenzielle neue Nummer eins, die WM-Erfahrung sammeln kann und dazu die Rolle als jemand, den du im Notfall kalt in ein Spiel reinwerfen kannst.“
Adler betonte, dass die Diskussion um Baumann nicht nur den Torwart selbst, sondern die gesamte Mannschaft schwächen könnte. Er plädierte dafür, die Leistungen des 32-jährigen Hoffenheimers anzuerkennen und ihm das Vertrauen auszusprechen, das er verdient habe. Die Nationalmannschaft stehe vor einer wichtigen Aufgabe bei der WM, und interne Debatten könnten die Konzentration und den Teamgeist beeinträchtigen.



