Der norwegische Langlauf-Olympiasieger Einar Hedegart sorgt für eine erneute Wende im Biathlon-Drama. Nachdem er noch am vergangenen Montag einen Rückzieher angekündigt hatte, wird der 24-Jährige nun doch in der kommenden Saison zum Gewehr greifen. Diese Entscheidung hält die Biathlon-Welt in Atem.
Hedegarts Entscheidung und die Hintergründe
Hedegart erklärte gegenüber dem norwegischen Sender NRK, dass die Entscheidung schwierig gewesen sei. Nach seiner ersten Entscheidung, bei den Langläufern zu bleiben, habe sich der Verband erneut bei ihm gemeldet. Ein entscheidender Faktor für das Umdenken war die Zusammenarbeit mit dem Elitetrainer Andreas Överby, der ihn speziell beim Schießen unterstützen soll. Obwohl Hedegart vorerst keinen festen Platz im Weltcupteam hat und im Nachwuchsteam startet, zeigt er sich ambitioniert: „Ich glaube, ich kann in der nächsten Saison Einzelrennen gewinnen. In zwei Jahren möchte ich um den Gesamtsieg kämpfen.“
Reaktionen der Biathlon-Elite
Die ehemaligen Top-Biathleten Johannes Thingnes Bö und Tarjei Bö begrüßen den Wechsel. Johannes Thingnes Bö sprach von einer „fantastischen Verstärkung“, Tarjei Bö von der „besten Nachricht des Jahres“. Hedegart könne „der Beste der Welt werden“. In Norwegen gab es jedoch Spekulationen, dass die Ambitionen des Quereinsteigers Widerstand unter den Biathleten hervorgerufen hätten. Der ehemalige Verbandspräsident Björge Stensböl vermutete eine „Bedrohung“ für die etablierten Athleten, und Ole Einar Björndalen äußerte eine gewisse „Angst vor Konkurrenz“.
Skjevdal weist Spekulationen zurück
Johannes Dale-Skjevdal, Olympiasieger im Massenstart, wies diese Einschätzungen entschieden zurück. Gegenüber TV2 bezeichnete er die Kommentare als „unfair“ und betonte: „Es entsteht der Eindruck, dass wir Einar ausgebremst hätten. Das stimmt nicht.“ Stattdessen habe man auf eine faire Behandlung aller Athleten geachtet. Hedegart sei herzlich willkommen. Die Behauptung eines „kulturellen Problems“ sei ein „grober Irrtum“ und „respektlos gegenüber der gesamten Biathlon-Community“. Skjevdal verwies auf das gute Umfeld, das man nach dem Tod von Sivert Bakken gezeigt habe. Vor zusätzlicher Konkurrenz schrecke man nicht zurück: „Wir sind an Wettbewerb gewöhnt. Dass Einar sich für Biathlon entschieden hat, ist großartig.“



