Keine „Hondius“-Gäste aus MV: Hantavirus anders
Keine „Hondius“-Gäste aus MV: Virus anders

Nach dem folgenschweren Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ vor Teneriffa hat das Gesundheitsministerium in Schwerin Entwarnung für Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Unter den vier am vergangenen Sonntag von Teneriffa ausgeflogenen deutschen Passagieren befinde sich niemand aus dem nordöstlichen Bundesland, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Hintergrund des Ausbruchs

An Bord des Expeditionsschiffes war das Hantavirus ausgebrochen, genauer gesagt das südamerikanische Andesvirus. Dieser spezielle Virustyp ist besonders gefährlich, da er von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es sechs bestätigte Infektionen und zwei Verdachtsfälle auf dem Schiff. Drei Menschen sind gestorben, darunter eine deutsche Staatsbürgerin. Der Schiffsbetreiber Oceanwide gab an, dass insgesamt sechs Deutsche an Bord waren. Aufgrund der langen Inkubationszeit des Virus gelten alle Passagiere als Hochrisikokontakte, selbst wenn sie keine Symptome aufweisen.

Lage in Mecklenburg-Vorpommern

Der Sprecher betonte, dass nach derzeitigem Kenntnisstand kein Grund zur allgemeinen Besorgnis bestehe. Hantaviren seien weltweit verbreitet und träten auch in Deutschland regelmäßig auf. In Mecklenburg-Vorpommern würden jährlich durchschnittlich etwa zehn Fälle gemeldet. Allerdings sei das Andesvirus in der Region bisher nicht nachgewiesen worden. Die in Deutschland vorkommenden Hantavirus-Varianten verursachen laut dem Sprecher überwiegend mildere Krankheitsverläufe, die vor allem die Nieren betreffen. „Schwere pulmonale Verläufe, wie sie beispielsweise in Südamerika durch das Andesvirus beschrieben sind, stehen nicht im Zusammenhang mit den in Mecklenburg-Vorpommern sporadisch auftretenden Infektionen“, erklärte er.

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Präventionsmaßnahmen empfohlen

Gesundheitsexperten empfehlen grundsätzlich, den Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen zu vermeiden, da die Viren auf diesem Weg übertragen werden. „Insbesondere bei Reinigungsarbeiten in geschlossenen oder wenig genutzten Bereichen sollten Räume ausreichend gelüftet sowie Atemschutzmasken und Handschuhe getragen werden“, riet der Sprecher. Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten unabhängig von der aktuellen Situation auf der „Hondius“ und sollen helfen, eine Übertragung der in Deutschland vorkommenden Hantavirus-Stämme zu verhindern.

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