MRT-Untersuchung: Was Sie vor dem Termin wissen sollten
Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist für viele Patienten eine unangenehme Erfahrung. Die enge Röhre, die lauten Geräusche und die Ungewissheit über die Ergebnisse können Ängste auslösen. Doch mit der richtigen Vorbereitung lässt sich die Untersuchung gut meistern. Wir beantworten die sechs wichtigsten Fragen rund um das MRT.
Wie funktioniert ein MRT-Gerät?
Ein MRT-Gerät ist eine Röhre, die einen starken Magneten enthält. Dieser erzeugt ein Magnetfeld, das die Wasserstoffatome im Körper ausrichtet. „Wenn dann elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich von Radio- und Fernsehwellen ausgesendet werden, geraten diese Atome in Schwingung“, erklärt Radiologe Wolfram Schaeben. Beim Abschalten wird Energie freigesetzt, die von Spulen empfangen wird. Ein Computer wandelt diese Signale in detaillierte Schnittbilder des Körperinneren um.
Wann wird ein MRT eingesetzt?
Ein MRT eignet sich besonders gut zur Darstellung von weichem Gewebe, Gelenken, Gehirn, Rückenmark und Nerven. Typische Anwendungen sind Bandscheibenvorfälle, Meniskus- oder Kreuzbandrisse sowie Schulterprobleme. Auch bei Krebs oder Multipler Sklerose werden regelmäßige MRT-Kontrollen durchgeführt. Bei Lungen- oder Bauchuntersuchungen ist hingegen meist die Computertomographie (CT) die erste Wahl. Der entscheidende Unterschied: Beim CT werden Röntgenstrahlen eingesetzt, beim MRT elektromagnetische Wellen, die als unschädlich gelten.
Wie bereitet man sich vor? Warum ist Schmuck tabu?
Vor der Untersuchung müssen Patienten einen Fragebogen ausfüllen, um Metall im Körper auszuschließen – etwa Herzschrittmacher, Implantate oder Schrauben. Moderne Herzschrittmacher sind oft MRT-tauglich, können aber durch das Magnetfeld verstellt werden. Schmuck und Piercings müssen abgelegt werden, da sie sich erhitzen und Verbrennungen verursachen können. Auch BHs und Gürtel mit Metallteilen sind tabu. Nackt muss man sich jedoch nicht ausziehen.
Wann ist Kontrastmittel nötig?
Kontrastmittel verbessern die Bildqualität, sind aber nicht immer erforderlich. „Die meisten Gelenkuntersuchungen laufen zunächst ohne Kontrastmittel“, so Schaeben. Bei Tumorabklärungen, Kopfuntersuchungen oder Gefäßdarstellungen wird hingegen ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt. Voraussetzung: keine Allergien und keine schweren Nierenfunktionsstörungen. Daher müssen aktuelle Blutwerte vorgelegt werden.
Warum ist das MRT so laut?
Die lauten Klopf- und Brummgeräusche entstehen durch die Gradientenspulen, die das Magnetfeld schnell umschalten. Patienten können Ohrstöpsel oder Gehörschutz nutzen, manchmal gibt es sogar Musik. Bei Kopfuntersuchungen kann man das Personal über ein Spiegelsystem sehen, und ein Notfallknopf ist in Reichweite.
Wie geht man mit der Angst um?
Viele Patienten haben Angst vor der Enge und dem Kontrollverlust. Psychologe André Wannemüller von der Ruhr-Universität Bochum erklärt: „Das hat mit Ausgeliefertsein zu tun. Hinzu kommt die Sorge vor einer schlechten Diagnose.“ Dennoch sollte man auf ein empfohlenes MRT nicht verzichten, da der Nutzen überwiegt. Bei starker Angst helfen milde Beruhigungsmittel oder im Extremfall eine Narkose.



