In Norwegen ist ein außergewöhnlicher Münzschatz aus der Wikingerzeit entdeckt worden. Zwei geschulte Privatpersonen stießen Mitte April mit Metalldetektoren auf einem Acker in der Nähe von Rena in Østerdalen auf insgesamt 3150 Silbermünzen. Die Geldstücke stammen aus der Zeit zwischen 980 und 1050 nach Christus und sind damit rund tausend Jahre alt. Für die Archäologin May-Tove Smiseth handelt es sich um einen „gänzlich einzigartigen Fund – so etwas erlebt man wohl nur einmal in einer Karriere“.
Größter Fund dieser Art in Norwegen
Nach aktuellen Analysen ist dies der bisher größte Münzschatz aus der Wikingerzeit in der Geschichte Norwegens. Die meisten Münzen stammen aus Deutschland und England, weitere aus Dänemark und Norwegen. Einige wurden unter Herrschern wie Knut dem Mächtigen, Æthelred II., Otto III. und Harald Hardråde geprägt. Um das Jahr 1000 waren in Norwegen hauptsächlich ausländische Münzen im Umlauf, da es noch kein nationales Münzwesen gab. Dies änderte sich erst unter Harald Hardråde, der von 1046 bis 1066 König war. Die Experten vermuten, dass der Schatz etwa zu dieser Zeit vergraben wurde.
Vorbildliches Verhalten der Finder
Die beiden Sondengänger Vegard Sørlie und Rune Sætre entdeckten zunächst 19 Münzen. Da sie einen größeren Schatz vermuteten, brachen sie die Suche ab und informierten umgehend die zuständigen Archäologen der Provinzverwaltung. „Das ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie es gemacht werden sollte“, lobte Archäologin Smiseth. Die Finder seien sehr kooperativ gewesen und hätten aktiv dazu beigetragen, dass der Fund bestmöglich gesichert und dokumentiert werden konnte. Ein Teil der Münzen befindet sich inzwischen im kulturhistorischen Museum in Oslo.
Weitere Ausgrabungen geplant
„Jetzt ist es wichtig, dass Fachleute diesen Fund gründlich untersuchen und so viel wie möglich herausfinden“, sagte Hanna Geiran, eine der Verantwortlichen. Weitere Ausgrabungen sind bereits geplant, um festzustellen, ob möglicherweise noch mehr Münzen an dem Platz versteckt sind. Zudem soll untersucht werden, ob die einstigen Besitzer Spuren hinterlassen haben, die verraten, warum der wertvolle Schatz einst vergraben wurde. Um den Fundplatz zu schützen, ist das Gebiet für die Öffentlichkeit gesperrt.
Hintergründe zu Hortfunden
Es kommt immer wieder vor, dass Hunderte oder Tausende Münzen aus vergangenen Jahrhunderten gefunden werden. Fachleute haben mehrere Vermutungen, was hinter solchen Hortfunden steckt: Möglicherweise sind die Schätze eine Art Spardose, versteckt für schlechte Zeiten. Vielleicht starben die Besitzer, bevor sie die Münzen wieder ausgraben konnten, oder sie vergaßen das Versteck. Denkbar ist auch, dass wertvolle Gegenstände wie Münzen als Opfergabe vergraben wurden.
Im vergangenen Jahr entdeckten Hobby-Schatzsucher im Landkreis Hildesheim einen etwa 2000 Jahre alten römischen Silberschatz. Wer in Deutschland auf ein archäologisches Artefakt stößt, darf es in der Regel nicht einfach behalten, sondern muss den Fund melden. Viele Denkmalämter bieten Kurse für private Sondengänger an, um sicherzustellen, dass wertvolle Informationen bei der Bergung nicht verloren gehen.



