Schweiß als Superkraft: Dermcidin schützt vor Viren
Schweiß als Superkraft: Dermcidin schützt vor Viren

Schwitzen wird oft als unangenehm empfunden, doch eine neue Studie zeigt: Schweiß ist weit mehr als nur ein Kühlmittel. Er enthält ein natürliches Schutzschild gegen Viren. Das körpereigene Eiweiß Dermcidin, das in den Schweißdrüsen gebildet wird, kann Grippeviren, Coronaviren und sogar Masern abwehren. Lange war es ein medizinisches Rätsel, warum bis zu einem Drittel der Menschen nach Kontakt mit Grippeviren keine Symptome entwickelt. Jetzt rückt Dermcidin in den Fokus.

Wie Dermcidin wirkt

Dermcidin wird mit dem Schweiß an die Hautoberfläche abgegeben und entfaltet dort seine antimikrobielle Wirkung. Bisher war bekannt, dass es Bakterien abtöten kann. Spanische Forscher zeigen nun, dass es auch gegen Viren wirkt – und zwar genau an den Eintrittspforten des Körpers. Der Körper kann sich also bereits an der Haut und den Schleimhäuten verteidigen. Besonders beeindruckend: Menschen, die sich mit Grippe infizieren, aber keine Symptome zeigen, haben deutlich höhere Dermcidin-Werte im Speichel. Auch Tierversuche bestätigen den Effekt: Mäuse, die früh mit Dermcidin in Kontakt kamen, erkrankten deutlich milder.

Potenzial für Medikamente

Entscheidend ist nicht die Menge des Schweißes, sondern wie aktiv der Körper Dermcidin produziert. Forscher sehen großes Potenzial, da der Stoff im Labor hergestellt werden kann. Künftig könnte er in Medikamenten eingesetzt werden – vor allem, weil er gegen viele verschiedene Erreger gleichzeitig wirkt. Weitere Forschung ist jedoch nötig, um die genauen Mechanismen zu verstehen und die Anwendung zu optimieren.

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