Das abgedunkelte Tierhaus in der Stuttgarter Wilhelma, die Terra Australis, ist nach mutmaßlichen Angriffen auf Kinder wieder für Besucher geöffnet. Der Zoo teilte mit, dass in den vergangenen Tagen zusätzliche Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen ergriffen wurden. Dazu gehören eine verbesserte Ausleuchtung des Besucherbereichs und eine verstärkte Präsenz von Mitarbeitern. Der Bereich für Nachttiere war seit Anfang des Monats geschlossen, nachdem zwei mutmaßliche Angriffe auf Kinder bekannt geworden waren.
Hintergründe der Vorfälle
Die Kinder im Alter von drei und sechs Jahren wurden laut Polizei durch spitze Gegenstände leicht verletzt. Beide Vorfälle ereigneten sich an unterschiedlichen Tagen im selben Bereich des Gebäudes. Die Polizei hat nach Angaben eines Sprechers weiterhin keine neuen Erkenntnisse und keine andere Erklärung als einen Angriff. Die Ermittler fanden keine scharfen Gegenstände oder Ecken und schlossen auch eine Verletzung durch die Kralle eines Tieres aus. Neue Hinweise gibt es nicht.
Reaktion der Wilhelma-Leitung
Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin äußerte sich betroffen: „Die Vorfälle haben uns sehr betroffen gemacht. Die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher hat für uns höchste Priorität. Deshalb haben wir die vergangenen Tage intensiv genutzt, um den Besucherbereich nochmals umfassend zu überprüfen und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.“
Die Wilhelma in Zahlen
Der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart ist einer der meistbesuchten Zoos in Deutschland. Jährlich kommen mehr als 1,8 Millionen Menschen auf das Gelände unweit des Neckars. Mit rund 11.000 Tieren aus fast 1200 Arten zählt die Wilhelma zu den artenreichsten Zoos weltweit.
Die Terra Australis
Für die Terra Australis wurde das ehemalige Menschenaffenhaus umgebaut. Seit Sommer 2023 ist sie in drei Abschnitte unterteilt. Da die Bewohner vorwiegend nachtaktive Säugetiere sind, ist es in zwei Gebäudeteilen tagsüber dunkel. Gezeigt werden unter anderem Kowaris, Quolls, Fuchskusus, Kurzkopfgleitbeutler und zwei Rattenkänguruarten.
Die Polizei ermittelt weiterhin zu den Vorfällen. Die Wilhelma hat ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, um die Besucher zu schützen. Die genauen Umstände der Angriffe bleiben jedoch unklar.



