Alarmierende Zahlen aus der Uckermark: 36 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung in Kliniken
Die Krankenkasse DAK schlägt Alarm: In der Uckermark ist die Zahl jugendlicher Klinikpatienten mit Alkoholvergiftung entgegen dem allgemeinen Landestrend deutlich angestiegen. Nach aktuellen Daten mussten im Jahr 2024 insgesamt 36 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis unter 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung stationär in Krankenhäusern behandelt werden.
Besorgniserregender Anstieg um 9,1 Prozent
Die Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen einen deutlichen Anstieg: Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet die aktuelle Statistik eine Zunahme von 9,1 Prozent. Carmen Reinke, Mitarbeiterin der DAK, betont: „Das sogenannte Rauschtrinken bleibt damit ein akutes Problem unter Schülern in der Region.“ Die Expertin weist darauf hin, dass viele Jugendliche sich überschätzen und Alkohol fälschlicherweise als notwendigen Bestandteil von Feiern und Spaß betrachten.
Besonders junge Kinder betroffen
Besondere Besorgnis ruft der Alkoholmissbrauch bei jüngeren Kindern hervor. Laut den aktuellen Erhebungen mussten in der Altersgruppe der Zehn- bis unter 15-Jährigen sechs Kinder mit Alkoholvergiftung in Kliniken behandelt werden. Carmen Reinke erklärt die besonderen Gefahren für junge Menschen: „Alkohol wirkt auf junge Menschen schneller, stärker und länger als auf Erwachsene. Deshalb ist das Rauschtrinken bei Jugendlichen eine besonders gefährliche Tatsache.“ Experten fordern deshalb eine frühzeitige Prävention und Aufklärung bereits im Schulalltag.
Präventionskampagne „Bunt statt blau“ wird fortgesetzt
Als Reaktion auf diese besorgniserregende Entwicklung setzt die DAK ihre erfolgreiche Präventionskampagne gegen Alkoholmissbrauch fort. Bereits zum 17. Mal ruft die Krankenkasse zum Plakatwettbewerb „Bunt statt blau“ auf, bei dem kreative Ideen von Schülern gegen exzessives Trinken ausgezeichnet werden. Der Wettbewerb richtet sich speziell an Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren.
In diesem Jahr werden wieder Geldpreise im Gesamtwert von rund 12.000 Euro vergeben. Einsendeschluss für die kreativen Beiträge ist Dienstag, der 31. März. Anschließend werden in allen 16 Bundesländern die besten Plakate der Teilnehmer prämiert. Im Juni kürt eine hochkarätige Bundesjury unter der Leitung von DAK-Vorstandschef Andreas Storm und dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Prof. Dr. Hendrik Streeck, aus den Landessiegern die Bundessiegerinnen und Bundessieger.
Langjährige Erfolgsgeschichte der Prävention
Seit Beginn der Aktion im Jahr 2010 haben fast 143.000 Jugendliche an dem Wettbewerb teilgenommen. Die Kampagne hat sich damit zu einer festen Größe in der Alkoholprävention entwickelt. Die DAK betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Aufklärungsarbeit, um dem gefährlichen Trend des Rauschtrinkens unter Jugendlichen entgegenzuwirken.
Die aktuellen Zahlen aus der Uckermark unterstreichen die Dringlichkeit solcher Maßnahmen. Während in anderen Regionen Rückgänge verzeichnet werden, zeigt die Entwicklung in der Uckermark, dass Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem darstellt, das besonderer Aufmerksamkeit und gezielter Präventionsarbeit bedarf.



