Pflegegruppe Ambiente Care meldet Insolvenz an: 59 Senioren in Laatzen plötzlich obdachlos
Ambiente Care insolvent: Senioren plötzlich obdachlos

Pflegegruppe Ambiente Care meldet Insolvenz an: Senioren in Laatzen plötzlich obdachlos

Die Ambiente Care Süd GmbH hat am Dienstag in München offiziell Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Dr. Martin Swoboda, Sprecher des Amtsgerichts, gegenüber Medien. Das Unternehmen betreibt bundesweit Seniorenresidenzen und Pflegeheime mit insgesamt 585 Bewohnern an sechs Standorten und beschäftigt rund 740 Mitarbeiter.

Plötzliche Schließung in Laatzen sorgt für Chaos

Bereits am 1. April wurde die Ambiente Care Seniorenresidenz in Laatzen, Niedersachsen, von der Heimaufsicht geschlossen. Innerhalb weniger Stunden mussten 59 hochbetagte Bewohner ihre Zimmer räumen. Für viele bedeutete dies einen schockierenden Abschied von ihrer gewohnten Umgebung.

Angehörige berichten von Tränen, Chaos und purer Verzweiflung. Viele Familien erfuhren erst einen Tag vor der Schließung, dass ihre Eltern oder Großeltern ausziehen müssen. Gleichzeitig wurden Mitarbeiter freigestellt und nach Hause geschickt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wirtschaftliche Probleme waren lange sichtbar

Obwohl Verantwortliche noch vor wenigen Tagen Insolvenzgerüchte vehement zurückwiesen, waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Pflegegruppe längst offensichtlich:

  • Löhne wurden verspätet oder gar nicht mehr gezahlt
  • Lieferanten warteten auf offene Rechnungen
  • Vermieter erhielten keine Mietzahlungen

Mitarbeiter berichten, dass sie seit Wochen kein Gehalt mehr erhalten haben, dennoch aber weitergearbeitet haben, um die Bewohner zu versorgen.

Expansive Strategie ohne Pflegeerfahrung

Die beiden österreichischen Manager Karl-Heinz Lukofnak (59) und Michael Novak (49) gelten als führende Köpfe der Ambiente-Care-Gruppe. Keiner von ihnen verfügt über Erfahrung in der Pflegebranche.

Erst 2022 stiegen sie ins deutsche Pflegegeschäft ein und expandierten anschließend rasant durch die Übernahme zahlreicher Heime. Oft handelte es sich dabei um Betriebe, die bereits wirtschaftlich angeschlagen waren.

Probleme häuften sich seit einem Jahr

Vor etwa einem Jahr wurden die Schwierigkeiten unübersehbar:

  1. Eine Tochterfirma meldete Insolvenz an
  2. Weitere Einrichtungen mussten schließen
  3. Beschwerden von Bewohnern und Angehörigen häuften sich

Trotz dieser Entwicklung sprach das Unternehmen öffentlich lediglich von Herausforderungen der Branche und versprach weiterhin Stabilität.

Insolvenzverwalter verspricht Versorgungssicherheit

Laut Insolvenzverwalter wurden die Mitarbeiter am Dienstag über die Situation informiert. Er betonte, dass nun die verlässliche Versorgung und pflegerische Betreuung der Bewohner im Vordergrund stehen müsse.

Für die betroffenen Senioren in Laatzen bedeutet dies jedoch zunächst die Suche nach neuen Pflegeplätzen – ein Prozess, der für viele Hochbetagte besonders belastend ist.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration