Barmer fordert mehr Rückenwind für Pflegeberuf in Sachsen
Barmer: Pflege muss Traumberuf für junge Menschen werden

Pflegeberuf in Sachsen: Barmer fordert mehr Attraktivität und bessere Bedingungen

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Aktuell benötigen gut 341.500 Menschen Unterstützung und Betreuung. Um den künftigen Personalbedarf zu decken, muss der Pflegeberuf deutlich attraktiver werden. Die Barmer Krankenkasse fordert in ihrem aktuellen Pflegereport für Sachsen mehr Rückenwind für die Branche.

Starker Anstieg der Pflegebedürftigen

Seit dem Jahr 2017 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen von 183.300 auf 341.500 im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Laut Barmer ist nur ein geringer Teil dieses Anstiegs demografisch erklärbar. Haupttreiber sei die Ausweitung des Begriffes Pflegebedürftigkeit, der insbesondere Menschen mit Demenz erstmals gleichberechtigt berücksichtigt.

Attraktivität des Berufes steigern

Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen, betont: „Pflege sollte so attraktiv werden, dass junge Menschen sie als sinnstiftenden Beruf wählen und erfahrene Fachkräfte in ihren Beruf zurückkehren.“ Dazu seien gute Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsbedingungen sowie eine rasche Integration internationaler Pflegekräfte notwendig. Allerdings dürfe dies nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen geschehen.

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Finanzierung der Ausbildung kritisch

Die Barmer bescheinigt der Pflegebranche in Sachsen grundsätzlich Stabilität. Trotz einer sinkenden Erwerbstätigenzahl seien im Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 2025 rund 6.000 neue Stellen entstanden. Die Attraktivität des Pflegeberufes habe sich erhöht. Kritisch bleibt jedoch die Finanzierung der Ausbildung. Pflegebedürftige müssen in Sachsen derzeit bis zu 136 Euro monatlich über ihre Eigenanteile dafür aufbringen.

Die Krankenkasse fordert ein Ende dieser Belastung. Ausbildung sei öffentliche Daseinsvorsorge und damit Aufgabe von Bund und Ländern, nicht der Pflegebedürftigen und Beitragszahler. Seit 2020 hätten die generalistische Pflegeausbildung und das Tariftreuegesetz für mehr Qualität der Ausbildung und bessere Bezahlung gesorgt. Seit diesem Jahr dürfen Fachkräfte erstmals bestimmte heilkundliche Leistungen eigenständig übernehmen.

Pflege als Traumberuf etablieren

Aus Sicht der Barmer braucht der Pflegeberuf weiterhin Unterstützung. „Ein 15-Jähriger sollte den Pflegeberuf selbstbewusst als Traumberuf nennen können“, so Beutmann. Neben angemessener Bezahlung und besseren Bedingungen für Ausbildung und Arbeit seien das Halten und die Rückgewinnung ausgebildeter Pflegekräfte sowie eine gute Integration internationalen Personals zentral.

Die Barmer setzt sich dafür ein, dass Pflegekräfte in Sachsen die Anerkennung und Rahmenbedingungen erhalten, die sie für ihre wichtige Arbeit verdienen. Nur so könne der wachsende Bedarf an Pflegepersonal langfristig gedeckt werden.

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