Fachkräftemangel in der Pflege ist auch im Harz ein drängendes Problem. Um den Bedarf zu decken, setzen Einrichtungen vermehrt auf junge Menschen aus dem Ausland, die ihre Ausbildung in Deutschland beginnen. So absolvieren etwa beim DRK-Kreisverband Quedlinburg-Halberstadt zwei junge Frauen aus Kamerun die Ausbildung zur Pflegefachkraft, während im Cecilienstift Halberstadt drei junge Frauen aus Kolumbien diesen Weg gehen. Doch die Integration internationaler Pflegekräfte in den Arbeitsalltag stellt alle Beteiligten vor Herausforderungen: Sprachbarrieren, bürokratische Hürden und die Eingliederung in bestehende Teams sind nur einige der Themen, die es zu bewältigen gilt.
Fachveranstaltung in Quedlinburg sucht Lösungen
Vor diesem Hintergrund findet in Quedlinburg eine Fachveranstaltung statt, die sich genau diesen Fragen widmet. Unter dem Titel „Integration internationaler Pflegekräfte – Chancen und Herausforderungen“ diskutieren Experten aus der Praxis, wie die Integration gelingen kann und welche Strukturen vor Ort notwendig sind. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die sowohl den Einrichtungen als auch den ausländischen Fachkräften zugutekommen.
Praxisbeispiele aus der Region
Die genannten Beispiele aus Quedlinburg und Halberstadt zeigen, dass der Weg bereits beschritten wird. Die jungen Frauen aus Kamerun und Kolumbien werden nicht nur fachlich ausgebildet, sondern auch bei der sprachlichen und kulturellen Integration unterstützt. „Wir haben festgestellt, dass eine enge Begleitung und ein offenes Team entscheidend sind“, berichtet eine Vertreterin des DRK. Dennoch bleibt die Bürokratie eine Hürde: Anerkennung von Abschlüssen, Visa-Fragen und die Koordination mit Behörden erfordern viel Zeit und Geduld.
Blick in die Zukunft
Die Veranstaltung in Quedlinburg soll dazu beitragen, die Integration internationaler Pflegekräfte im Harz zu stärken. Denn der Fachkräftemangel in der Pflege wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. „Wir müssen alle Potenziale nutzen – sowohl die der einheimischen als auch der ausländischen jungen Menschen“, so ein Teilnehmer. Die Hoffnung ist, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur den Einrichtungen im Harz, sondern auch anderen Regionen in Deutschland als Vorbild dienen können.



