München startet Pilotprojekt: Kompetenzzentrum qualifiziert internationale Pflegekräfte
München: Kompetenzzentrum für internationale Pflegekräfte

München startet Pilotprojekt: Kompetenzzentrum qualifiziert internationale Pflegekräfte

In der Münchner Kraepelinstraße 18 hat ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt seine Tore geöffnet: Das neue Kompetenzzentrum Internationale Pflege (KiP) qualifiziert ausländische Pflegekräfte praxisnah, erkennt ihre Abschlüsse an und gewinnt so dringend benötigtes Personal für Kliniken und die häusliche Versorgung. Die Stadt München finanziert das Projekt mit 2,9 Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren.

Einweihung mit prominenten Gästen

Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wurde das Kompetenzzentrum am Donnerstagnachmittag eingeweiht. Anwesend waren Petra Geistberger, Chefin der München Klinik, Beatrix Zurek (SPD), Gesundheitsreferentin Münchens, und Jacqueline Schaller, Leiterin des KiP. "Hier geht es darum, dass die internationalen Abschlüsse von Pflegern anerkannt werden", betonte Geistberger. Sie dankte dem Stadtrat für die Bewilligung der Mittel sowie Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und dem Gesundheitsreferat, die als treibende Kraft hinter dem Projekt standen.

Praxisnahe Ausbildung mit modernster Ausstattung

Das Motto des KiP lautet Theorie und Praxis der Pflege. In den Souterrain-Räumen liegen menschenschwere Puppen, darunter eine Mutter mit Neugeborenem sowie Seniorinnen und Senioren. Diese Puppen ermöglichen realistische Übungen:

  • Das Neugeborene kann schreien wie ein echtes Baby.
  • Pflegekräfte können den Puls der Puppe messen.
  • Bei den Senioren-Puppen wird die Akutpflege zu Hause simuliert.
Jacqueline Schaller erklärt: "Wir haben auch einen Raum, in dem wir das Gespräch mit den Angehörigen simulieren." So werden neben fachlichen Kompetenzen auch die Sprachkenntnisse der künftigen Fachkräfte geschult. Betont wird, dass es sich um echte Betten handelt, die bis auf Bodenebene absenkbar sind.

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Bundesweite Bedeutung und Ziele

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek freut sich, dass die München Klinik den Zuschlag für das Pilotprojekt erhalten hat. Sie betont jedoch, dass das KiP ein Thema von überregionaler Bedeutung ist: "Das kann nicht nur die Aufgabe einer Großstadt sein", so Zurek. Der Fachkräftemangel betreffe schließlich das ganze Land. Sie hofft, dass nach der Evaluierung ähnliche "Parcours-Prüfungen" bayernweit oder sogar bundesweit entstehen.

Perspektiven für internationale Pflegekräfte

Bis zu 500 internationale Pflegekräfte können im KiP jährlich ausgebildet werden und später das Anerkennungsverfahren ihres Abschlusses durchlaufen. Ein Beispiel ist Mohamed Rafi Esmael (39), ein gebürtiger Inder, der bereits als Pfleger im Klinikum rechts der Isar arbeitet. Sein Lehrplan umfasst Blutzuckerkontrolle, Sauerstoffmessung und die Dokumentation von Hausbesuchen. Auf die Frage nach seinen Plänen nach der Anerkennung antwortet er: "Natürlich in einer Münchner Klinik weiterarbeiten."

Das Kompetenzzentrum Internationale Pflege setzt damit ein Zeichen gegen den akuten Pflegemangel und könnte als Vorbild für weitere Initiativen in Deutschland dienen.

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