Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai hat Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne erneut eine Begrenzung der stetig steigenden Eigenanteile von Pflegeheimbewohnern gefordert. „Die fachlichen Grundlagen liegen auf dem Tisch. Jetzt ist es Aufgabe der Bundesregierung, eine Reform vorzustellen, die den Namen verdient“, sagte die SPD-Politikerin. „Gute Pflege muss für alle bezahlbar sein.“
Steigende Kosten für Pflegebedürftige
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen in Sachsen-Anhalt wie auch bundesweit immer mehr für einen Platz im Pflegeheim zahlen. Laut einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen stieg die monatliche Eigenbeteiligung im Land zum 1. Januar 2026 auf durchschnittlich 2.720 Euro. Das waren 277 Euro mehr als zum Jahresbeginn 2025, als der Betrag noch bei 2.443 Euro lag. Die durchschnittliche Brutto-Altersrente beträgt dagegen nur 1.700 Euro je Person ab 65 Jahren. Viele Pflegebedürftige zahlen somit mehr für das Pflegeheim, als sie an Rente erhalten.
Prognose und Forderungen
Das Sozialministerium verwies auf eine Prognose des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, wonach die Eigenanteile für Pflegeheimplätze weiter steigen könnten. Grimm-Benne betonte, die Finanzierung der Pflege dürfe nicht zulasten der Pflegebedürftigen verschoben werden. Sachsen-Anhalt fordere eine Herauslösung versicherungsfremder Leistungen aus der Pflegeversicherung und deren Finanzierung aus Steuermitteln. Zudem solle die medizinische Behandlungspflege komplett durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen werden.
Die Ministerin appellierte an die Bundesregierung, endlich zu handeln. Die steigenden Eigenanteile seien eine enorme Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien. Eine Reform müsse sicherstellen, dass niemand aufgrund der Pflegekosten in Armut gerate. Der Internationale Tag der Pflege sei der richtige Anlass, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen.



