Verdeckte Armut bei Pflegebedürftigen in Sachsen-Anhalt: Tausende verzichten auf finanzielle Unterstützung
In Sachsen-Anhalt geraten tausende pflegebedürftige Menschen in eine finanzielle Notlage, weil sie ihre gesetzlichen Ansprüche auf finanzielle Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes offenbart, dass etwa 5.000 Personen im Bundesland ihre Unterstützungsleistungen für ambulante Pflegedienste nicht abrufen. Diese Menschen zahlen die Kosten für notwendige Pflegeleistungen aus eigener Tasche, was sie zunehmend in die Armut treibt.
Scham und Unwissenheit als Hauptgründe
Viele Betroffene scheuen sich aus Scham oder Unkenntnis davor, finanzielle Hilfen zu beantragen. René Maresch, Referent für Grundsatzfragen beim Paritätischen Landesverband, betont: „Diese Menschen haben einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung, doch sie nutzen ihn nicht. Die verdeckte Armut bei ambulant Pflegebedürftigen muss politisch viel stärker im Fokus stehen.“ Bislang konzentriert sich die Armutsdebatte vor allem auf den stationären Pflegebereich, während die Situation der ambulant Versorgten oft übersehen wird.
Politische Gegenmaßnahmen gefordert
Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Inanspruchnahme von Hilfen zu erhöhen. Mögliche Lösungsansätze umfassen:
- Verbesserte Aufklärung über bestehende Unterstützungsmöglichkeiten
- Vereinfachung der Antragsverfahren für finanzielle Hilfen
- Stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema verdeckte Armut
- Gezielte Beratungsangebote für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt steht nun in der Verantwortung, konkrete Schritte zu entwickeln, um die Situation der Betroffenen zu verbessern und sicherzustellen, dass niemand aus finanziellen Gründen auf notwendige Pflegeleistungen verzichten muss.



