Plattdeutsch in der Pflege: Rostocker Broschüre stärkt Nähe zu älteren Menschen
Plattdeutsch-Broschüre für Pflegekräfte in Rostock vorgestellt

Plattdeutsch als Brücke in der Pflege: Rostocker Verein stellt hilfreiche Broschüre vor

Im Pflegealltag kann die richtige Mundart einen entscheidenden Unterschied machen. Der Rostocker Klönschnackverein hat gemeinsam mit Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Freitag, dem 27. Februar, in einem Pflegeheim in Rostock-Toitenwinkel eine besondere Broschüre für Pflegepersonal präsentiert. Die Handreichung mit dem Titel „Platt in de Pläg“ bündelt eine praxisorientierte Vokabelliste mit plattdeutschen Begriffen und Redewendungen, die speziell für den Pflegealltag entwickelt wurden. Dieses innovative Projekt erhält dabei Unterstützung vom Land Mecklenburg-Vorpommern.

Sprache schafft Vertrautheit und reduziert Ängste

Sozialministerin Stefanie Drese betont die Bedeutung dieser Initiative: „Für viele ältere Menschen ist Plattdeutsch eine Sprache, mit der sie selbst noch aufgewachsen sind. Sie ist für sie mit persönlichen Erinnerungen und einem starken Heimatgefühl verbunden.“ Im oft herausfordernden Pflegealltag könne das regelmäßige Hören dieser vertrauten Sprache dazu beitragen, schneller Brücken zwischen dem Pflegepersonal und den Bewohnern zu schlagen. Dies reduziere nachweislich Ängste und stärke das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der Einrichtungen.

Besonders profitieren nach den Worten der Ministerin demenziell erkrankte Personen. Bei ihnen bleiben früh erlernte Sprachmuster oft über lange Zeit erhalten. Das Hören der vertrauten plattdeutschen Sprache helfe bei der Bewältigung von Emotionen, vermittle ein Gefühl von Sicherheit und könne sogar kommunikative Barrieren überwinden. Die Broschüre richtet sich daher gezielt an angehende Pflegefachkräfte sowie Auszubildende in verschiedenen Gesundheitsberufen.

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Praxisnahes Vokabular für den täglichen Einsatz

Die erstmals bereits im Jahr 2022 erschienene Broschüre „Platt in de Pläg“ bietet mehr als nur eine einfache Übersetzungshilfe. Sie enthält sorgfältig ausgewählte Redewendungen und Begriffe, die im unmittelbaren Pflegekontext relevant sind. Von alltäglichen Gesprächen über medizinische Situationen bis hin zu tröstenden Worten – das Material ist darauf ausgelegt, die Interaktion zwischen Pflegenden und Bewohnern zu erleichtern und zu vertiefen.

Diese sprachliche Initiative unterstreicht, wie kulturelle Identität und professionelle Pflege Hand in Hand gehen können. Indem Pflegekräfte die Muttersprache vieler älterer Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aktiv nutzen, entsteht eine besondere Form der Zuwendung, die über die reine Versorgung hinausgeht. Die Broschüre stellt somit ein wertvolles Werkzeug dar, um die Lebensqualität in Pflegeeinrichtungen spürbar zu verbessern und die menschliche Nähe in der Betreuung zu stärken.

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