Plötzlich sinkt der Mensch wie ohnmächtig zu Boden, und der Hund schaut, schnuppert, stupst oder bleibt einfach stehen. Millionen von Klicks erhalten solche Videos im Internet. Was wie ein lustiger Trend wirkt, ist für viele Tiere purer Stress.
Hundetrainerin äußert sich deutlich
Hundetrainerin Katharina Marioth findet auf PETBOOK klare Worte. Für sie sind diese Clips „entsetzlich“. Der Grund: Hunde werden gezielt in eine Ausnahmesituation gebracht – nur für Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken.
Wenn aus Spaß Stress wird
Marioth spricht von „Stresssimulation für Klicks“. Nicht nur Hunde seien betroffen, auch andere Tiere würden für solche Videos benutzt. Für sie ist das grundsätzlich abzulehnen. Denn die Tiere verstehen die Situation nicht als harmlosen Spaß, sondern müssen sie erst einordnen, und das kann belasten.
Hunde merken den Unterschied
Eine echte Ohnmacht ist für Hunde deutlich anders als eine gespielte. In einem Notfall verändert sich der menschliche Körper stark: Stresshormone werden ausgeschüttet, Herzschlag und Atmung ändern sich. Genau diese Signale fehlen bei einer Inszenierung. Hunde sind extrem feinfühlig. Sie kennen ihre Bezugsperson genau und nehmen kleinste Veränderungen wahr. In echten Gefahrensituationen passiert im Körper „ganz viel“, das der Hund eindeutig erkennt.
Verwirrt statt besorgt
Deshalb reagieren viele Tiere in den Videos nicht mit echter Sorge. Stattdessen zeigen sie Beschwichtigungssignale. Sie stupsen, gehen in Spielhaltung oder wirken irritiert. Für die Trainerin ist das vergleichbar mit Alltagssituationen, in denen Hunde Neues erleben. Wenn jemand plötzlich im Wohnzimmer Yoga macht, wissen viele Tiere ebenfalls nicht, was los ist, und versuchen, das Verhalten zu deuten.
Wenn es plötzlich gefährlich wird
Im schlimmsten Fall kann der Trend sogar riskant werden. Hunde mit negativen Vorerfahrungen können auf das plötzliche Zusammenbrechen erschrocken reagieren und in Abwehr gehen. Eine schnelle Bewegung kann eine Schreckreaktion auslösen. Deshalb sollten Halter die Vergangenheit ihres Tieres immer berücksichtigen, statt für Klicks Risiken einzugehen.



