Ein Lehrer plant skurrile Rache in neuer französischer Kino-Komödie
Frankreichs Kino bietet wieder einmal köstliches Komödienfutter für alle Fans von Christian Clavier. Der neue Film „Monsieur Robert kennt kein Pardon“ erfordert allerdings eine gewisse Toleranz für Klamauk und übertriebene Situationskomik. Die französische Komödientradition mit ihren charakteristischen Grimassen und slapstickhaften Elementen lebt in dieser Produktion weiter.
Christian Clavier erlebt zweiten Frühling
Christian Clavier, der bereits in den 1970er-Jahren mit Filmen wie „Die Strandurlauber“ Kultstatus erreichte, erlebt seit gut einem Jahrzehnt einen bemerkenswerten zweiten Frühling seiner Karriere. Den Durchbruch in dieser Phase markierte die 2014 erschienene Erfolgskomödie „Monsieur Claude und seine Töchter“, die weltweit fast 20 Millionen Zuschauer begeisterte. Deutsche Verleihe nutzen mittlerweile systematisch den Wiedererkennungseffekt des „Monsieur“-Titels, um potenzielle Kinogänger anzusprechen.
Die Handlung: Ein pensionierter Lehrer sinnt auf Rache
In „Monsieur Robert kennt kein Pardon“ verkörpert Christian Clavier einen Grundschullehrer, der sein gesamtes Leben in der elterlichen Wohnung verbracht hat. Vor zwanzig Jahren wurde seine geplante Hochzeit mit der charmanten Kollegin Claudine (Jennie-Anne Walker) durch eine Gruppe besonders aufsässiger Schüler mit fiesen Streichen vereitelt. Nun steht Monsieur Robert vor dem Ruhestand – doch er ist ein äußerst nachtragender Zeitgenosse.
Akribisch hat er die berufliche Laufbahn der vier ehemaligen Peiniger verfolgt:
- Anthony (Roby Schinasi) ist heute ein berühmter, aber cholerischer Sternekoch
- Die Zwillinge Mélanie und Camille (Noémie Chicheportiche und Salomé Partouche) haben als Influencerinnen Karriere gemacht
- Audrey, die teuflische Chefin der Bande, ist unter dem Künstlernamen O’Drey (Kézia Quental) ein auf Achtsamkeit bedachter Popstar geworden
Mutter-Sohn-Duo als komödiantischer Höhepunkt
Besonders hervorzuheben ist die Dynamik zwischen Monsieur Robert und seiner dominanten Mutter, gespielt von Isabelle Nanty. Obwohl die Schauspielerin zehn Jahre jünger ist als Christian Clavier, verkörpert sie mit reichlich Makeup überzeugend seine Mutter. Dieses ungewöhnliche Duo entwickelt sich zum eigentlichen Höhepunkt der ansonsten durchwachsenen Komödie. Gemeinsam nehmen sie sich nacheinander die ehemaligen Schüler vor – mit teilweise originellen und überraschenden Methoden.
Regie und filmische Umsetzung
Regisseur Pierre-François Martin-Laval, in Frankreich vor allem durch seine „Le Profs“-Schulkomödien bekannt, verfilmte hier die beliebte Buchvorlage „Les Vengeances de Maître Poutifard“. Dabei nahm er sich einige künstlerische Freiheiten und passte die Geschichte an die heutige Zeit an. Der Film überzeugt mit einzelnen originellen Einfällen und gelungenen Szenen, ergibt aber nicht immer ein rundes Ganzes. Mit seinen kompakten 81 Minuten kommt das etwas rührselige Ende eher abrupt.
Fazit für Kinogänger
Wer Christian Claviers charakteristisches, zerknautscht-besorgtes Gesicht bereits zum Schmunzeln bringt, wird auch an dieser Komödie seine Freude haben. Ebenso angesprochen fühlen dürften sich Fans der alten deutschen „Pauker“-Filme – hier bekommen sie eine französische Variante mit vertauschten Rollen: Nicht der Lehrer wird von Schülern geneckt, sondern der pensionierte Pädagoge rächt sich an seinen ehemaligen Schülern.
Filmdetails: Monsieur Robert kennt kein Pardon, Regie: Pierre-François Martin-Laval, Frankreich 2023, 81 Minuten. Besetzung: Christian Clavier, Isabelle Nanty, Jennie-Anne Walker.



