Entschieden! Die beiden Absteiger aus der Easycredit Basketball-Bundesliga stehen fest. Die MLP Academics Heidelberg verloren am vorletzten Spieltag in einem dramatischen Overtime-Krimi beim Aufsteiger Science City Jena mit 79:81. Damit ist der Abstieg besiegelt: Heidelberg und Braunschweig müssen den Gang in die Pro A antreten, während Jena den Klassenerhalt feiern kann.
Heidelberg verliert nach Verlängerung
Heidelbergs Niklas Würzner hatte vor der Partie bei Dyn noch Zuversicht ausgestrahlt: „Die Mannschaft ist bereit, die Mannschaft hat Bock. Wir schreiben uns nicht ab. Jena kann ohne Druck spielen. Jena ist Favorit, die haben zwei Tage länger Pause gehabt.“ Und tatsächlich starteten die Heidelberger furios: Nach fünf Minuten führten sie 11:3, 108 Sekunden vor Ende des ersten Viertels sogar 20:4. Mit 22:5 endeten die ersten zehn Minuten. Die in Weiß gekleideten Jena-Fans waren geschockt. Nur Alba Berlin hatte 2004 mit drei Punkten in einem Viertel eine noch schwächere Vorstellung gezeigt. Jenas Coach Mike Taylor analysierte zur Pause (30:43) bei Dyn: „Kompliment an Heidelberg. Die haben stark gekämpft. Unsere zweite Halbzeit muss komplett anders laufen. Wir haben im ersten Viertel alles probiert, aber Heidelberg hat hart verteidigt.“
Nach der Pause dominierten die Gäste weiter, doch dann drehte Jena auf. Vor dem letzten Viertel hieß es nur noch 47:59. Heidelberg verlor völlig den Faden, Nervenflattern machte sich breit. Jena kämpfte sich heran und erzwang mit 69:69 die Verlängerung. In der Overtime fiel die Entscheidung: 18 Sekunden vor Schluss traf Jena einen Dreier zum 80:77, die Halle tobte. Heidelberg griff an, es gab ein Foul. 0,7 Sekunden vor dem Ende trat Mateo Seric an die Freiwurflinie. Der erste Versuch saß. Der zweite sollte daneben gehen, um einen Rebound zu holen und schnell zu punkten – Heidelberg brauchte einen Sieg mit vier Punkten Unterschied, um das direkte Duell zu gewinnen und die Chance auf den Klassenerhalt am letzten Spieltag zu wahren. Doch der Wurf ging aus Versehen rein: 80:79. Seric schlug die Hände vors Gesicht. Einwurf Jena, schnelles Foul, 0,4 Sekunden auf der Uhr. Joe Wieskamp trat an – der erste Wurf ging vorbei, der zweite saß: 81:79. Die restliche Zeit verrann, Jena war gerettet, Heidelberg und Braunschweig mussten absteigen.
Chemnitz wahrt Play-off-Chancen
Die Niners Chemnitz quälten sich in der Overtime zu einem 86:82-Sieg gegen die Skyliners Frankfurt und wahren damit ihre Chancen auf die Post-Season. Kevin Yebo war mit 22 Punkten bester Werfer der Chemnitzer. Die Frankfurter stehen in der Tabelle bereits jenseits von Gut und Böse. Kurios: Beim Dyn-Halbzeit-Interview „klaut“ Niners-Co-Trainer Gjorgji Kochov das Mikrofon, um seine Antworten zu geben. Moderator Hannes Jacobi lachte nach dem Gespräch: „Ich nehm das mal zurück. Er wollte das Mikrofon unbedingt haben.“
Bayern gewinnt in Ludwigsburg
Der Hauptrunden-Meister FC Bayern Basketball gewann am vorletzten Spieltag bei den MHP RIESEN Ludwigsburg mit 86:78 und feierte damit den achten Sieg in Folge. MVP Andreas Obst kam auf 17 Punkte, Nenad Dimitrijevic glänzte mit 19 Zählern. Die Ludwigsburger müssen weiter um die Play-offs zittern.



