Historischer Standortwechsel: Oscars verlassen Hollywood nach über zwei Jahrzehnten
Die größte Nacht der Filmindustrie wird ab dem Jahr 2029 einen neuen Schauplatz haben. Nach fast einem Vierteljahrhundert im berühmten Dolby Theatre am Hollywood Boulevard zieht die Oscar-Verleihung in die Innenstadt von Los Angeles um. Dieser bedeutende Wechsel markiert das Ende einer Ära und den Beginn eines neuen Kapitels für das prestigeträchtigste Ereignis der internationalen Filmbranche.
Vom Dolby Theatre zum Peacock Theater: Ein Umzug über 14 Kilometer
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die für die Vergabe der Oscars verantwortlich ist, hat eine Zehn-Jahres-Vereinbarung mit der Anschutz Entertainment Group (AEG) geschlossen. Ab der 101. Oscar-Verleihung im Jahr 2029 wird das Spektakel im Peacock Theater innerhalb des Entertainmentkomplexes L.A. Live stattfinden. Dieser Standortwechsel bedeutet eine räumliche Distanz von etwa 14 Kilometern zwischen dem bisherigen und dem zukünftigen Austragungsort.
Das Peacock Theater ist bereits seit Jahren als regelmäßiger Veranstaltungsort für die Primetime Emmy Awards bekannt, die wichtigsten US-Fernsehpreise. Das Gebäude hat im Laufe seiner Geschichte mehrere Namensänderungen erfahren: Es begann als Nokia Theatre (2007-2015), wurde dann zum Microsoft Theater (2015-2023) und trägt seit 2023 seinen aktuellen Namen, der auf den Streamingdienst von NBC Universal aus dem Medienkonzern Comcast zurückgeht.
Kapazitätsverdopplung und erweiterte Veranstaltungsmöglichkeiten
Ein wesentlicher Vorteil des neuen Standortes ist die deutlich größere Kapazität. Während das Dolby Theatre etwa 3.400 Sitzplätze bietet, finden im Peacock Theater rund 7.000 Menschen Platz – mehr als doppelt so viele Zuschauer können somit live an der Veranstaltung teilnehmen. Darüber hinaus wird der kürzlich erweiterte Vorplatz von L.A. Live bei den zukünftigen Oscar-Veranstaltungen als Veranstaltungsort für den roten Teppich und weitere Begleitveranstaltungen dienen.
Bis zur 100. Oscar-Verleihung im Jahr 2028 bleibt jedoch alles beim Alten: Die Academy hat bestätigt, dass die Veranstaltung weiterhin im Dolby Theatre stattfinden und in den USA live auf ABC übertragen wird. Erst danach erfolgt der historische Umzug in die Innenstadt von Los Angeles.
Historische Standorte der Oscar-Verleihung im Rückblick
Dieser Umzug ist nicht der erste Standortwechsel in der langen Geschichte der Oscars. Seit der ersten Verleihung im Jahr 1929 hat die prestigeträchtige Gala bereits zahlreiche verschiedene Veranstaltungsorte gesehen:
- Die erste Oscar-Verleihung fand im damals neu eröffneten Hollywood Roosevelt Hotel statt
- In den folgenden Jahren wechselte die Veranstaltung zwischen verschiedenen Hotels, darunter dem Biltmore Hotel
- Erst in den 1940er Jahren zogen die Oscars in Theatergebäude um
- Bekannte Austragungsorte waren das Grauman's Chinese Theatre (heute TCL Chinese Theatre)
- Später folgten größere Hallen wie das Shrine Auditorium und das Dorothy Chandler Pavilion
Im Jahr 2002 fand schließlich der Umzug ins Dolby Theatre statt, das bis 2012 noch Kodak Theatre hieß. Eine besondere Ausnahme bildete das Jahr 2021, als die Verleihung aufgrund der Corona-Pandemie einmalig in der Union Station in Downtown Los Angeles stattfand.
Vernetzung mit anderen Preisevents in L.A. Live
Der neue Standort im Peacock Theater befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Crypto.com-Arena (ehemals Staples Center), die seit dem Jahr 2000 regelmäßig als Austragungsort für die Grammy Awards dient – die wichtigsten amerikanischen Musikpreise. Diese räumliche Nähe zu anderen bedeutenden Preisverleihungen schafft ein einzigartiges Entertainment-Cluster in Downtown Los Angeles und könnte zu Synergieeffekten bei der Organisation und Ausrichtung solcher Großveranstaltungen führen.
Die Entscheidung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences markiert somit nicht nur einen geografischen Wechsel, sondern auch eine strategische Neuausrichtung für die Zukunft der Oscar-Verleihung. Mit der doppelten Zuschauerkapazität und den erweiterten Veranstaltungsmöglichkeiten im neuen Komplex positioniert sich die Academy für die kommende Dekade und darüber hinaus.



