Gedenken an Oskar Brüsewitz: Neue Ausstellung in Zeitz
Im Museum Schloss Moritzburg in Zeitz wurde am Sonnabend eine Sonderausstellung eröffnet, die an die Selbstverbrennung von Pfarrer Oskar Brüsewitz vor fast 50 Jahren erinnert. Die Ausstellung trägt den Titel „Oskar Brüsewitz – Zeichen gegen das Vergessen“ und zeigt persönliche Gegenstände und Dokumente aus dem Leben des Pfarrers.
Private Fotos der Tochter
Ein zentrales Exponat ist ein großes Schwarz-Weiß-Foto, das Brüsewitz zeigt. „Das Foto habe ich gemacht. Das war etwa im Jahr 1975/76 auf dem Spielplatz in Rippicha“, berichtet Esther Fröbel, die Tochter des Pfarrers. Sie und ihr Mann waren zur Eröffnung der Ausstellung anwesend. Das Foto trägt die Aufschrift: „Die auf Gott vertrauen erhalten neue Kraft“. Fröbel erklärt: „Das ist eine der zentralen Botschaften im evangelischen Glauben und stand auf unserem Spielplatz.“ Für die Ausstellung stellte sie mehrere private Aufnahmen zur Verfügung.
Exponate aus dem Alltag
Neben den Fotos sind auch eine alte Schreibmaschine, ein Radio, ein Telefon mit Wählscheibe sowie zahlreiche Dokumente zu sehen. Die Ausstellung soll an das Schicksal von Oskar Brüsewitz erinnern, der sich 1976 in Zeitz selbst verbrannte, um gegen die Unterdrückung der Kirche in der DDR zu protestieren. Die Sonderausstellung ist ein Beitrag, um das Gedenken an diesen mutigen Akt wachzuhalten.
Hintergrund: Oskar Brüsewitz
Oskar Brüsewitz war evangelischer Pfarrer in Zeitz. Er setzte sich für die Freiheit der Kirche ein und kritisierte das DDR-Regime. Seine Selbstverbrennung am 18. August 1976 vor der Michaeliskirche in Zeitz schockierte die Welt und machte ihn zu einem Symbol des Widerstands. Die Ausstellung im Schloss Moritzburg möchte die Erinnerung an sein Wirken und seinen Protest bewahren.



