Gutshaus Eickelberg erwacht aus Dornröschenschlaf: Neue Fenster und Tür für Wintergarten
Gutshaus Eickelberg: Wintergarten mit neuen Fenstern und Tür

Gutshaus Eickelberg: Ein historisches Juwel erwacht langsam zum Leben

Im beschaulichen Eickelberg bei Bützow vollzieht sich ein bemerkenswerter Wandel: Das klassizistische Gutshaus, das jahrzehntelang im Dornröschenschlaf lag, wird Stück für Stück wiederbelebt. Eigentümerin Anja Kannenberg feierte kürzlich mit Unterstützern und Helfern einen wichtigen Meilenstein auf diesem langen Weg der Restaurierung.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz ermöglicht wichtige Arbeiten

Dank eines Zuschusses der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 15.000 Euro konnte der Wintergarten unter dem halbrunden Altan mit vier neuen Holzfenstern und einer restaurierten zweiflügligen Eingangstür ausgestattet werden. Die Mittel stammen aus Spenden und Erträgen der Lotterie Glücksspirale, wie Ralf Schinke, ehrenamtlicher Ortskurator Rostock der DSD, bei der Einweihung erklärte.

Das Gutshaus Eickelberg gehört zu den 660 Denkmalen, die die Stiftung allein in Mecklenburg-Vorpommern fördert, betonte Schinke. Die historische Bedeutung des Gebäudes reicht bis ins Jahr 1494 zurück, als es erstmals als Gutshaus der Familie von Lützow erwähnt wurde. Diese Freiherren zählten zum Mecklenburger Uradel und stellten ab 1494 die Erblandmarschälle Mecklenburgs.

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Architektonische Besonderheiten und wechselvolle Geschichte

Historikerin Laura Tack führte die Gäste durch das Haus und erläuterte die baulichen Besonderheiten. Im ältesten Gebäudeteil ist noch das originale Lehmfachwerk erhalten, das teilweise mit Schiefer verkleidet ist. Das Hauptgebäude wurde um 1800 an den älteren Teil angebaut und gegen Ende des 19. Jahrhunderts sowie um 1920 nochmals umgebaut.

Jürgen Tack, der 1947 im Gutshaus geboren wurde, stand für Fragen zur DDR-Geschichte des Gebäudes zur Verfügung. Seit Ende der 1990er Jahre stand das Haus leer, bis Anja Kannenberg 2021 begann, dem historischen Gemäuer neues Leben einzuhauchen.

Zukunft als offenes Haus für kulturelle Veranstaltungen

Anja Kannenbergs Vision für das Gutshaus ist klar: „Ich möchte das Gutshaus als offenes Haus führen“, erklärt die engagierte Eigentümerin. Dank der Unterstützung durch Architekt Ludger Sunder-Plassmann und das Ingenieurbüro Langkau gibt es nun die Genehmigung, das Foyer für Lesungen und Konzerte zu nutzen.

Bereits bei der Einweihungsfeier las Dr. Wolf Schmidt aus „Das andere Mecklenburg-Vorpommern – von Aalbude bis Zeppelin“, was einen Vorgeschmack auf die geplanten kulturellen Aktivitäten bot. Die Eigentümerin dankte ausdrücklich allen Freunden und Helfern, die sie auf diesem anspruchsvollen Weg unterstützen.

Warnung vor falscher Veranstaltungsankündigung

Kannenberg musste jedoch auch auf eine irreführende Nachricht im Internet hinweisen: „Im Netz kursiert eine Einladung zu einem Oster-Mittelaltermarkt auf dem Gelände des Gutshauses Eickelberg. Diese Nachricht ist falsch!“

Zwar habe sie eine Anfrage für eine solche Veranstaltung erhalten, könne aber die notwendigen Anforderungen nicht erfüllen, sodass kein Vertrag abgeschlossen wurde. Warum der Veranstalter dennoch zu diesem Mittelaltermarkt einlädt, bleibt für Kannenberg unklar.

Der festliche Nachmittag begann mit einer Andacht von Torsten Heinisch, Prädikant der Kirchengemeinde Bützow, der in seiner Predigt betonte: „Dieses Gutshaus ist ein Ort der Geschichte, ein Ort der Erinnerungen…“ und darauf verwies, dass dieser besondere Ort nun Schritt für Schritt aus seinem langen Schlaf erwache.

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