Gutshaus Eickelberg erwacht aus Dornröschenschlaf: Neue Fenster und Tür für Wintergarten
Gutshaus Eickelberg: Wintergarten mit neuer Tür und Fenstern

Gutshaus Eickelberg: Historisches Gebäude erwacht Stück für Stück zum Leben

Im malerischen Eickelberg bei Bützow vollzieht sich ein bemerkenswerter Wandel: Das klassizistische Gutshaus, das jahrzehntelang im Dornröschenschlaf verharrte, erwacht nun Schritt für Schritt zu neuem Leben. Eigentümerin Anja Kannenberg feierte kürzlich mit Unterstützern und Helfern einen weiteren Meilenstein auf dem langen Weg der Restaurierung.

Wintergarten erstrahlt in neuem Glanz

Der halbrunde Altan mit Wintergarten erhielt vier neue Holzfenster und eine aufwendig restaurierte zweiflüglige Eingangstür. Diese Maßnahmen wurden durch einen Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 15.000 Euro ermöglicht, die aus Spenden und Erträgen der Lotterie Glücksspirale finanziert wurden.

Bei der feierlichen Einweihung am 27. März schritten Hausherrin Anja Kannenberg, der 1947 im Gutshaus geborene Jürgen Tack und Bürgermeister Lutz Ritter als Erste durch die neue Tür. Der festliche Nachmittag begann mit einer Andacht von Prädikant Torsten Heinisch, der in seiner Predigt betonte: „Dieses Gutshaus ist ein Ort der Geschichte, ein Ort der Erinnerungen, der nun Stück für Stück aus seinem langen Schlaf erwacht.“

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Jahrhundertealte Geschichte des Anwesens

Historikerin Laura Tack führte die Gäste durch das Haus und vermittelte eindrucksvoll die reiche Vergangenheit des Anwesens:

  • Das Gut Eickelberg gehörte von 1494 bis 1945 der Familie von Lützow
  • Die Freiherren von Lützow zählten zum Mecklenburger Uradel
  • Ab 1494 stellten sie die Erblandmarschälle Mecklenburgs
  • Das Hauptgebäude entstand um 1800 als Anbau an ältere Gebäudeteile
  • Weitere Umbauten folgten Ende des 19. Jahrhunderts und um 1920

Im ältesten Teil des Gebäudes ist noch originales Lehmfachwerk erhalten, das teilweise mit Schiefer verkleidet ist. Der teilunterkellerte Haupttrakt besitzt einen vorgelagerten halbrunden Balkon, der von vier einfachen Backsteinsäulen getragen wird.

Fachliche Unterstützung für die Restaurierung

Seit 2021 arbeitet Anja Kannenberg mit einem engagierten Team an der Wiederbelebung des Gutshauses:

  1. Architekt Ludger Sunder-Plassmann plant die Restaurierungsmaßnahmen
  2. Das Ingenieurbüro Langkau kümmert sich um Brandschutzfragen
  3. Ralf Schinke, Ortskurator Rostock der DSD, berät ehrenamtlich

Ralf Schinke erklärte bei der Einweihung: „Das Gutshaus Eickelberg gehört zu den 660 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Mecklenburg-Vorpommern fördert. Die Restaurierung der historischen Fenster und Türen ist ein wichtiger Schritt zur Bewahrung dieses kulturellen Erbes.“

Zukunft als offenes Kulturhaus

Ein zentrales Anliegen von Anja Kannenberg ist es, das Gutshaus als offenes Haus für die Öffentlichkeit zu führen. Dank der Zusammenarbeit mit Architekt Sunder-Plassmann und dem Ingenieurbüro Langkau gibt es nun die Genehmigung, das Foyer für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Beim Wintergarten-Einweihungsfest las bereits Dr. Wolf Schmidt aus „Das andere Mecklenburg-Vorpommern – von Aalbude bis Zeppelin“. Künftig sollen regelmäßig Lesungen und Konzerte im historischen Ambiente stattfinden.

Warnung vor falscher Veranstaltungsankündigung

Anja Kannenberg musste bei der Feier jedoch auch auf eine irreführende Nachricht im Internet hinweisen: „Im Netz kursiert eine Einladung zu einem Oster-Mittelaltermarkt auf dem Gelände des Gutshauses Eickelberg. Diese Nachricht ist falsch!“

Zwar habe sie eine Anfrage für eine solche Veranstaltung erhalten, könne aber die notwendigen Anforderungen nicht erfüllen und habe dem Veranstalter absagen müssen. Warum dieser dennoch zu einem Mittelaltermarkt in ihr Haus einlädt, bleibt unklar.

Nachdem das Gutshaus ab Ende der 1990er Jahre leer stand, kehrt nun Stück für Stück Leben in die historischen Räume zurück. Mit viel Liebe zum Detail und der Unterstützung zahlreicher Helfer und Förderer schreibt Anja Kannenberg die Geschichte des Gutshauses Eickelberg fort – als lebendigen Ort der Begegnung und Kultur.

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