Ballett-Soirée in Halle: Einblicke hinter die Kulissen der erfolgreichen „Medea“-Inszenierung
Im Literaturhaus Halle fand eine unterhaltsame und informative Soirée statt, die sich der beliebten Ballett-Inszenierung „Medea“ widmete. Der Große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, was die große Popularität des Balletts der Bühnen Halle unterstreicht. Eingeladen waren drei Profis, die tiefe Einblicke in die Entstehung und Aufführung des Stücks gaben.
Ein eingespieltes Team im Fokus
Durch den Abend führte der stellvertretende Künstlerische Leiter und Dramaturg der Oper Halle, Toni Burghard Friedrich. An seiner Seite saßen der Choreograf und Ballettdirektor Michal Sedlácek sowie Matthias Hönig, der bis 2018 als Chefbeleuchter am Haus tätig war und bei „Medea“ als freier Mitarbeiter sowohl das Bühnenbild gestaltete als auch die Beleuchtung übernahm. Diese Doppelaufgabe hat Hönig bereits 30 Mal erfolgreich bewältigt, was seine Expertise unter Beweis stellt.
Interessanterweise ging die Idee für „Medea“ auf Hönig zurück. Als Sedlácek ihn fragte, welches Stück er gerne umsetzen würde, empfahl Hönig „Medea“ – und so entstand die Produktion. Die beiden arbeiten seit vielen Jahren zusammen und bilden ein eingespieltes Team, was während der Soirée deutlich spürbar war. Sie lobten sich gegenseitig für ihre hervorragende Arbeit, beste Vorbereitung und Verlässlichkeit, betonten aber auch, dass dies keine Selbstverständlichkeit sei. Hinter den Erfolgen stecke harte Arbeit, und, wie Sedlácek anmerkte, sei eine gelebte Work-Life-Balance in diesem Bereich kaum möglich.
Humorvolle Anekdoten und fachliche Tiefe
Die drei Experten auf der Bühne schienen sichtlich Spaß an ihrem Austausch zu haben, was den Abend kurzweilig und lehrreich zugleich machte. Sie diskutierten verschiedene Aspekte der Ballettproduktion: Matthias Hönig erklärte, wie schwierig es sei, ein Bühnenbild für ein Ballett zu entwerfen, da Tänzer viel Platz benötigen. Michal Sedlácek berichtete von der langwierigen und intensiven Auswahl der Musik für das Stück, die oft noch vor der Choreographie erfolgt. Toni Burghard Friedrich hingegen beschrieb die Beleuchtungsprobe als entspannend, sofern sie gut vorbereitet ist.
Sedlácek, der viele Jahre an der Spitze des Ballettensembles stand, teilte humorvolle Geschichten aus seiner Zeit als Tänzer. Er schilderte, wie enervierend es sein könne, lange Zeit immer die gleichen Rollen tanzen zu müssen – besonders, wenn es sich um den „etwas dummen Prinzen“ im „Nussknacker“ handle. Im Gegensatz dazu sei die Rolle eines Mörders abwechslungsreicher, besonders wenn der zu Ermordende ein ungeliebter Kollege sei. Diese Anekdoten sorgten für Lacher und zeigten die menschliche Seite hinter der professionellen Fassade.
Große Resonanz und weitere Aufführungen
Die Soirée bot eine gelungene Mischung aus Information und Unterhaltung, die vom Publikum dankbar angenommen wurde. Sie verdeutlichte, wie viel Leidenschaft und Aufwand in einer Ballettproduktion wie „Medea“ stecken. Für alle, die neugierig geworden sind, gibt es weitere Gelegenheiten, die Inszenierung live zu erleben: „Medea“ wird in Halle am 6. und 12. April jeweils um 16 Uhr aufgeführt. Diese Veranstaltung unterstreicht einmal mehr die lebendige Kulturszene in Halle und die Bedeutung des Balletts als künstlerische Ausdrucksform.



