Barlach-Museum Güstrow setzt auf kreative Vermarktung mit handgefertigten Seifen
Das Barlach-Museum Güstrow geht innovative Wege, um ein jüngeres Publikum für das Werk von Ernst Barlach zu begeistern. Statt auf traditionelle Postkarten oder Poster setzt die Barlach-Stiftung nun auf ein ungewöhnliches Produkt: handgefertigte Seifen, die den charakteristischen Faltenwurf der berühmten Skulptur „Der Wanderer“ nachbilden.
Neue Formate für eine jüngere Zielgruppe
Magdalena Schulze-Ohm, Vorsitzende der Stiftung und Leiterin der Barlach-Museen in Güstrow, erklärt die Motivation hinter dieser unkonventionellen Idee. „Wir müssen uns Wege denken, wie wir auch jüngere Menschen erreichen – jenseits von Postkarten, Postern und Stiften“, betont sie. Die in der Region produzierten Seifen verbinden laut Schulze-Ohm Erinnerungswert mit praktischem Nutzen, ein Ansatz, der bei Museumsbesuchern zunehmend gefragt sei.
Die Entscheidung für dieses spezielle Produkt ist dabei wohlüberlegt. „Wichtig ist, dass neue Formate zum Haus passen und sich auf das Werk beziehen“, so die Museumsleiterin. Dreidimensionale Reproduktionen von Barlachs Skulpturen kommen für die Stiftung hingegen nicht infrage, um die künstlerische Integrität zu wahren.
Herausforderungen eines Personalmuseums
Für ein Museum, das ausschließlich einer einzigen Persönlichkeit gewidmet ist, stellt die kontinuierliche öffentliche Wahrnehmung eine besondere Herausforderung dar. Das Barlach-Museum meistert diese durch ein ausgewogenes Programm: Während die Dauerausstellung im Atelierhaus konstant bleibt, widmet sich der moderne Museumsbau etwa alle drei Monate zeitgenössischen Sonderausstellungen, die in Bezug zu Ernst Barlach gesetzt werden.
Aktuell beleuchtet eine Ausstellung das Medium Papier in Werken von Pablo Picasso als Barlachs Zeitgenossen sowie in Arbeiten des Berliner Künstlerpaares Rapedius. Für das laufende Jahr ist zudem eine Präsentation mit Skulpturen des klassischen Bildhauers Gerhard Marcks aus Bremen geplant, kombiniert mit Werken der Textilkünstlerin Johann Schütz-Wolff.
Vielseitiges Veranstaltungsprogramm und Erweiterungen
Das Museum ergänzt seine Ausstellungen mit einem umfangreichen Begleitprogramm:
- Führungen und Vorträge, unter anderem mit Spiegel-Bestseller-Autor Malte Herwig, der über seine Begegnung mit Picassos Freundin Francoise Gilot berichtet
- Die Neueröffnung des Museums-Standorts auf dem Friedhof an der Gertrudenkapelle im Mai, mit nachgepflanzten Bäumen und Plastiken im Garten
- Eine geplante Publikation, die einen Rundgang durch die Dauerausstellung begleiten soll
Nationale Anerkennung und Vernetzung
Das Barlach-Museum Güstrow zählt zu den kulturellen Gedächtnisorten, die im Blaubuch der Bundesregierung gewürdigt werden – ein Verzeichnis, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Diese Anerkennung unterstreicht die nationale Bedeutung der Einrichtung.
Im Herbst wird Magdalena Schulze-Ohm zudem an einer Tagung in Leipzig teilnehmen, die sich Einrichtungen für Hauskünstler in den neuen Bundesländern widmet. Neben dem Barlach-Museum werden dort auch das Fallada-Haus in Carwitz, das Bach-Haus Leipzig und das Kleist-Museum in Frankfurt/Oder vertreten sein.
Mit diesen vielfältigen Aktivitäten und der innovativen Produktlinie beweist das Barlach-Museum Güstrow, dass traditionelle Kunstvermittlung und moderne Besucheransprache durchaus vereinbar sind.



