Ballerina Misty Copeland kontert Timothée Chalamets Ballett-Kritik bei den Oscars
Copeland kontert Chalamets Ballett-Kritik bei Oscars

Ballett-Star kontert Hollywood-Schauspieler bei den Academy Awards

Die diesjährige Oscar-Verleihung wurde nicht nur von glamourösen Auftritten und emotionalen Dankesreden geprägt, sondern auch von einer subtilen Rivalität zwischen zwei Kunstwelten. Im Zentrum steht Hollywood-Star Timothée Chalamet, dessen kontroverse Aussagen über Ballett und Oper in den vergangenen Wochen für erhebliche Aufregung in der Kulturszene sorgten.

Chalamets umstrittene Äußerungen

In einem Gespräch mit Matthew McConaughey im Februar hatte der 30-jährige Schauspieler unverblümt seine Abneigung gegenüber klassischen Kunstformen geäußert. "Ich möchte nicht beim Ballett oder an der Oper arbeiten", erklärte Chalamet und fügte hinzu, dass es sich um Bereiche handle, "über die man sagt, ›Hey, erhaltet diese Sache am Leben‹, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert".

Diese Worte lösten eine Welle der Empörung aus. Opernhäuser weltweit, Tänzerinnen und Schauspieler reagierten mit scharfer Kritik. In sozialen Medien wurden Videos und Posts zu dem Thema millionenfach geteilt, und viele prophezeiten Chalamet, dass seine Oscar-Chancen durch diese Aussagen zunichtegemacht worden seien.

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Misty Copelands doppelte Antwort

Besonders pikant: Eine der prominentesten Kritikerinnen war ausgerechnet jene Ballerina, die Chalamet selbst für die Bewerbung seines Films "Marty Supreme" engagiert hatte. Misty Copeland, 43, Primaballerina des American Ballet Theatre, reagierte gleich auf zweifache Weise.

Zunächst äußerte sich Copeland in einer öffentlichen Podiumsdiskussion zu Chalamets Aussagen. "Es gibt einen Grund, warum Oper und Ballett seit über 400 Jahren existieren", betonte sie. "Chalamet wäre kein Schauspieler und hätte nicht die Möglichkeiten, die er als Filmstar hat, wenn es Oper und Ballett und deren Bedeutung nicht gäbe. Alle diese Medien haben ihren Platz, wir sollten sie nicht miteinander vergleichen."

Die Ironie der Situation: Erst wenige Monate zuvor hatte Copeland auf Chalamets Bitte hin Werbung für seinen Film gemacht. Auf Instagram postete sie ein Foto von sich in einer "Marty Supreme"-Bomberjacke zusammen mit einem Kindheitsfoto aus ihrer Tanzausbildung.

Die symbolische Revanche bei den Oscars

Die eigentliche Pointe folgte jedoch während der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Hollywood. Misty Copeland trat als Teil eines Ensembles auf, das den Filmsong "Lie To Me" aus dem Horrorfilm "Blood & Sinners" performte – ausgerechnet Chalamets Konkurrenzfilm, der in 16 Kategorien nominiert war.

Chalamet selbst saß während des Auftritts gut sichtbar in der ersten Reihe, nominiert als "Bester Hauptdarsteller". Berichten zufolge zeigte er keine erkennbare Reaktion auf Copelands symbolischen Wechsel zur Konkurrenz-Promotion. Als sich der Saal nach der Performance zum Applaus erhob, stand auch Chalamet auf.

Weitere Spitzen und das bittere Ende

Nicht nur Copeland nutzte die Oscar-Bühne für subtile Kritik. Moderator Conan O'Brien feixte in seiner Eröffnungsrede in Chalamets Richtung: "Mir wurde gesagt, dass sowohl in der Opern- als auch in der Ballettwelt Bedenken wegen möglicher Anschläge bestehen. Die sind einfach sauer, dass du den Jazz ausgelassen hast." Chalamet schloss sich dem Gelächter an, während seine Partnerin Kylie Jenner etwas pikiert wirkte.

Der Abend endete für Chalamet jedoch enttäuschend: "Marty Supreme" gewann keinen einzigen der neun möglichen Oscars, und auch Chalamet ging leer aus. Obwohl die Stimmabgabe der Jury bereits abgeschlossen war, als Chalamets Lästereien bekannt wurden, spekulierten viele Beobachter über einen möglichen Zusammenhang.

Die Episode zeigt eindrucksvoll die anhaltende Relevanz klassischer Kunstformen und die empfindlichen Beziehungen zwischen verschiedenen Bereichen der Unterhaltungsindustrie. Während Chalamets Filmprojekt ohne Auszeichnung blieb, demonstrierte Misty Copeland mit ihrer eleganten Revanche die zeitlose Kraft des Balletts – sowohl auf der Bühne als auch im Rampenlicht der größten Filmpreisverleihung der Welt.

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