Goldgrube oder Schrott? So viel sind Omas Kristallschalen wirklich wert
Goldgrube oder Schrott? Wert von Kristallschalen

Beim Entrümpeln des Dachbodens stoßen viele auf alte Schätze: Fotobücher, Postkarten oder Spielsachen. Doch oft übersehen sie die wahren Kostbarkeiten – die Kristallschalen der Großmutter, die einst Wohnzimmertisch und Vitrine zierten. Friedrich Häusser, Inhaber von "Friedrich Häusser Antiquitäten & Kunsthandel" in Quedlinburg und bekannt aus der ZDF-Sendung "Bares für Rares", verrät, was diese Stücke wirklich wert sind.

Woran erkennt man wertvolle Kristallschalen?

Für Laien ist der tatsächliche Wert schwer einzuschätzen. Häusser erklärt: "Mit etwas Glück ist das Stück signiert und eine Manufaktur erkennbar." Bekannte Marken wie Nachtmann, WMF, Moser, St. Lambert oder Lalique deuten darauf hin, dass das Geschirr nicht für den Müll bestimmt ist. Entscheidend sind auch der Schliff und der Zustand: Keine Abplatzungen, Fehlstellungen oder Kratzer – Schäden mindern den Wert erheblich.

Gefragte Marken und ihre Besonderheiten

Laut dem Onlineportal "wmn." zählen folgende Marken zu den begehrtesten:

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  • Waterford – irischer Kristall mit filigranen Schliffen
  • Nachtmann – deutsche Marke für moderne, klare Designs
  • Baccara – sehr teurer französischer Luxus-Kristall
  • Saint-Louis – französische Marke, bekannt für kunstvolle Schalen

Diese Marken haben einen hohen Wiederverkaufswert, wenn sie unbeschädigt sind und das Logo tragen. Reparaturen sind bei Experten verpönt. Je kunstvoller und seltener das Design, desto höher der Preis.

Realität: Die meisten Stücke sind schwer verkäuflich

Häusser berichtet: "In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um schwerverkäufliche Ware." Die Preisspanne reicht von 30 bis 1.800 Euro. Ein Vermögen lässt sich mit alten Kristallschalen meist nicht verdienen, aber ein paar Euro sind immer drin – und manchmal auch mehr.

Wann sollte man die Schale behalten?

Häusser rät: "Wenn der ideelle Wert größer ist, sollte man das Stück als Andenken behalten." Die Schalen tragen schöne Erinnerungen an die Großeltern – und vielleicht ist genau diese eine Schale ein Vermögen wert.

Enttäuschung bei Bares für Rares: Ein Beispiel

In einer Folge zeigte sich, wie weit Wunsch und Realität auseinanderliegen: Ein Verkäufer brachte ein aufwendig gearbeitetes Kreuz aus Bergkristall mit Silberfassung ins Studio und hoffte auf bis zu 2.000 Euro. Die Expertise lag bei bis zu 2.500 Euro. Doch im Händlerraum folgte die Ernüchterung: Wegen eines deutlichen Risses und Zweifeln an der Herkunft blieben die Gebote weit darunter. Trotz eines letzten Angebots von 1.200 Euro kam kein Verkauf zustande – der Besitzer nahm das Stück wieder mit nach Hause.

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