Siri Hustvedt warnt: Widerstand gegen Trump-Regierung könnte in den Untergrund abtauchen
Hustvedt: Widerstand gegen Trump könnte in Untergrund gehen

Siri Hustvedt äußert sich auf der Berlinale zur politischen Lage in den USA

Die renommierte Schriftstellerin Siri Hustvedt hat auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin deutliche Worte zur politischen Situation in den Vereinigten Staaten gefunden. Die 70-jährige Autorin, die selbst aus dem US-Bundesstaat Minnesota stammt, sieht einen zunehmenden Widerstand gegen die Regierung von Präsident Donald Trump. „Mein Heimatstaat Minnesota – ich bin unglaublich stolz auf ihn“, erklärte Hustvedt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. In Minnesota hatten sich zuvor Proteste gegen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE formiert, die Teil der rigorosen Abschiebepolitik der Trump-Administration sind.

Eskalation in Minnesota führt zu landesweiten Protesten

Die US-Regierung hatte Tausende Bundesbeamte von ICE und anderen Behörden nach Minnesota entsandt, um umstrittene Razzien durchzuführen. Die Situation eskalierte, als Bundesbeamte in Minneapolis die beiden US-Bürger Renée Good und Alex Pretti während solcher Einsätze erschossen. Dies löste eine Welle der Empörung aus und führte zu landesweit ausufernden Protesten. Unter dem stetig wachsenden öffentlichen Druck wurde schließlich entschieden, die kontroversen Razzien in Minnesota vorläufig einzustellen.

Hustvedt zieht historische Vergleiche und warnt vor paramilitärischen Strukturen

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„Formen des Faschismus gibt es in den USA schon seit langer Zeit, aber jetzt ist es wirklich die Regierung“, analysierte Hustvedt, die Ehefrau des verstorbenen Schriftstellers Paul Auster. „Nun haben wir ein Paramilitär – ICE. Wir haben territoriale Expansion. Das gehört alles zur Definition“, führte sie weiter aus. Die Autorin betonte, dass viele Bürger in den Vereinigten Staaten die aktuellen Entwicklungen nicht unterstützten und die Zahl der Kritiker stetig zunehme.

Widerstand könnte bei Verschärfung der Lage in den Untergrund abtauchen

„Ich glaube, dass der Widerstand stark ist“, sagte Hustvedt in ihrem Interview auf der Berlinale. „Und ich glaube, dass der Widerstand – wenn es deutlich schlimmer werden sollte, und das könnte es – in den Untergrund gehen wird.“ Sie verwies auf ein Zitat ihres Vaters: „Wenn der Faschismus nach Amerika kommt, werden sie ihn Amerikanismus nennen.“ Hustvedt wies darauf hin, dass zwar historische Vergleiche mit den Nazis schwierig seien, da die Situation in den USA einzigartig sei, aber bestimmte Parallelen dennoch nicht von der Hand zu weisen seien.

Berlinale-Besuch und neue Projekte der Schriftstellerin

Die preisgekrönte Autorin von Werken wie „Was ich liebte“ und „Der Sommer ohne Männer“ besuchte die Filmfestspiele in Berlin, wo der Dokumentarfilm „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ vorgestellt wurde. Der Film, der im Frühjahr in die Kinos kommen soll, behandelt auch die Beziehung zu ihrem verstorbenen Ehemann Paul Auster, der 2024 nach einer Krebserkrankung starb. Hustvedt hat über diese Erfahrung ein neues Buch mit dem Titel „Ghost Stories“ verfasst, das Mitte März erscheinen wird.

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