Karin Thaler enthüllt bewegende Lebensgeschichte in neuer Autobiografie
Seit fast 25 Jahren verkörpert Karin Thaler die Rolle der Marie Hofer in der erfolgreichen ZDF-Serie "Die Rosenheim-Cops". In ihrer nun erscheinenden Biografie "Stark, weil ich stark sein musste – Die Doppelrolle meines Lebens" gewährt die 60-jährige Schauspielerin tiefe Einblicke in ihr Privatleben. Das Buch, das am 1. April im Knaur Verlag erscheint, behandelt Themen wie die Spielsucht ihrer Mutter, ihre Affäre mit Schauspielkollege Sascha Hehn und ihre langjährige Ehe mit Milos Malesevic.
Entdeckung durch Senta Berger und der Weg zur Schauspielerei
Thaler erzählt von ihrem ungewöhnlichen Karrierestart: "Senta Berger und ihr leider inzwischen verstorbener Mann Michael Verhoeven haben mich 1986 entdeckt." Die junge Schauspielerin schrieb damals einen bewundernden Brief an Berger, der tatsächlich beantwortet wurde. "Zwei Wochen später hat sie mir geantwortet und mich zum Casting ihres Mannes für den Fernsehfilm 'Gundas Vater' eingeladen", erinnert sich Thaler. Diese Begegnung ebnete den Weg zu einer der führenden Schauspielagenturen Deutschlands und markierte den Beginn ihrer erfolgreichen Karriere.
Die Spielsucht der Mutter und familiäre Geheimnisse
Im Zentrum der Autobiografie steht die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter Hedwig. "Meine Mutter war ein grundguter Mensch, aber krank", beschreibt Thaler die Situation. Die Mutter litt unter einer manisch-depressiven Störung und war spielsüchtig. Um ihre Sucht zu finanzieren, unterschlug sie Geldsummen und landete sogar im Gefängnis. Thaler half ihrer Mutter immer wieder aus der finanziellen Not, übernahm Bürgschaften im sechsstelligen Bereich und arbeitete rund um die Uhr. "Ich habe mich schon früh für meine Mama verantwortlich gefühlt, sie war meine große Liebe", erklärt die Schauspielerin.
Erst nach dem Tod der Mutter vor vier Jahren erkannte Thaler das ganze Ausmaß der Spielsucht. Beim Ausräumen fanden sie Aufzeichnungen ihrer Mutter, die das Ausmaß der Sucht detailliert beschrieben. Diese Entdeckung motivierte Thaler, ihre Geschichte öffentlich zu machen. "Ich wollte auch mein eigenes Saubermann-Image zurechtrücken", gesteht sie, "nämlich, dass ich NICHT mit dem goldenen Löffel geboren wurde."
Affäre mit Sascha Hehn und die große Liebe
In ihrer Biografie thematisiert Thaler auch ihre Affäre mit dem Schauspielkollegen Sascha Hehn. "Die eineinhalb Jahre mit dem Sascha waren für mich eine positive Zeit", erinnert sich die Schauspielerin. "Er hat mein Selbstwertgefühl gesteigert, ich habe mich mit ihm wohlgefühlt, er hat mir gutgetan!" Die beiden drehten 1992 gemeinsam "Ein Engel für Felix" und verband eine intensive Beziehung, auch wenn sie sich inzwischen aus den Augen verloren haben.
Die wahre große Liebe ihres Lebens ist jedoch Ehemann Milos Malesevic, den sie 1997 standesamtlich und 2019 erneut auf den Malediven heiratete. "Wir haben mit den schlechten Zeiten angefangen", beschreibt Thaler die Anfänge ihrer Beziehung. Existenzängste und finanzielle Sorgen prägten die ersten Jahre. "Er ist ein wahrhaftiger, ein richtiger Mann, der mich beschützt", schwärmt die Schauspielerin über ihren Ehemann.
Keine eigenen Kinder und berufliche Zukunft
Auf die Frage nach eigenen Kindern antwortet Thaler deutlich: "Bestimmt! Ich war immer so extrem in der mir selbst aufgebürdeten Pflicht." Die Verantwortung für ihre spielsüchtige Mutter habe sie so sehr beansprucht, dass sie keine weiteren Verpflichtungen eingehen wollte. Ihr Mann respektierte diese Entscheidung: "Das entscheidest du, es ist dein Körper!"
Beruflich geht es für Thaler weiter mit den "Rosenheim-Cops". Ab Mitte April werden 24 neue Folgen gedreht, wobei die Schauspielerin etwas weniger dreht als früher. "Solange sie mich haben wollen und solange ich mich anschauen mag!", kommentiert sie ihre weitere Beteiligung an der Serie. Die Produktion hat mit Sarah Thonig eine neue Sekretärin für das Polizeipräsidium besetzt, was Thaler als cleveren Schachzug bewertet.
Persönliches Resümee und Lebensphilosophie
Heute blickt Thaler versöhnt auf ihre Vergangenheit: "Ich habe mich befreit, verziehen und vergeben." Ihre Botschaft lautet: "Verzeihen und vergeben, anderen und vor allem auch sich selbst." Die Schauspielerin betont die Bedeutung von Selbstliebe: "Ich will mir selbst am wertvollsten sein, mir guttun!"
Privat genießt sie das Leben mit ihrem Mann in Unterföhring und in einer kleinen Wohnung an der slowenischen Küste. "Ich bin dankbar, dass wir so die Kurve gekriegt haben", resümiert Thaler. Beim Tauchen im Meer finde sie innere Ruhe und könne den Moment genießen. Nach 40 Jahren vor der Kamera, 25 Jahren bei den "Rosenheim-Cops" und über 30 Jahren mit ihrem Mann zieht die Schauspielerin ein positives Fazit: "Ich mag mein Leben so, wie es im Augenblick ist."



