Kunst mit historischem Tiefgang: Dimanski zeigt Werke aus Siebel-Werken-Material
In der Zeitkunstgalerie Halle präsentiert der hallesche Grafiker Joachim Dimanski eine außergewöhnliche Serie von Druckgrafiken, die tief in der lokalen Geschichte verwurzelt sind. Die Arbeiten entstanden aus Material, das in den historischen Siebel-Flugzeugwerken im Norden Halles gefunden wurde, von denen heute nur noch wenige Ruinen und Trümmerteile zeugen.
Von Fotografien zu künstlerischen Drucken
Dimanski hat in den alten Werken mehr als 100 Studien fotografiert und dabei Fundstücke wie Asphalt, alte Eisenrohre und geborstenen Stahl dokumentiert. Diese Fotografien bildeten die Grundlage für seine künstlerische Arbeit. „Ich gehe dann mit Farbe hinein“, erklärt der Grafiker und beschreibt seinen Prozess, bei dem er beispielsweise Pastellkreiden einsetzt, um die digitalen Vorlagen weiterzuentwickeln.
Die resultierende Serie umfasst insgesamt 27 Drucke, von denen sieben Blätter bis Ende März in einer Kabinettausstellung in der Zeitkunstgalerie zu sehen sind. Dimanski betont den besonderen Charakter dieser Werke: „Woanders ist das nur Kunst“, sagt er und verweist darauf, dass die Arbeiten in der Region auch als Stück Geschichte wahrgenommen werden.
Interesse über Halles Grenzen hinaus
Die künstlerische Qualität und historische Bedeutung der Serie hat bereits überregionale Aufmerksamkeit erregt. Eine Galerie in Frankfurt am Main hat Interesse an den Werken bekundet, was die überlokale Relevanz von Dimanskis Schaffen unterstreicht. Die Ausstellung in Halle bietet somit eine seltene Gelegenheit, diese einzigartigen Druckgrafiken vor Ort zu erleben, bevor sie möglicherweise weiterreisen.
Die Zeitkunstgalerie setzt mit dieser Präsentation ein Zeichen für die Verbindung von zeitgenössischer Kunst und lokaler Industriegeschichte. Besucher können bis zum Monatsende die sieben ausgewählten Blätter betrachten, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch als dokumentarische Zeugnisse einer vergangenen Ära fungieren.



