Großer Kunstpreis Berlin: US-Künstlerin Meredith Monk erhält Auszeichnung trotz Kürzungen
Kunstpreis Berlin: Meredith Monk geehrt, Preisgeld halbiert

Großer Kunstpreis Berlin: US-Künstlerin Meredith Monk für Lebenswerk ausgezeichnet

Die renommierte US-amerikanische Künstlerin Meredith Monk ist in der deutschen Hauptstadt mit dem bedeutenden Großen Kunstpreis Berlin geehrt worden. Die 83-jährige Multitalentin, die als Komponistin, Vokalkünstlerin, Regisseurin und Choreographin internationalen Ruhm genießt, nahm die prestigeträchtige Auszeichnung des Landes Berlin am Mittwochabend in der historischen Akademie der Künste entgegen. Die Organisatoren würdigten damit ihr einzigartiges und äußerst einflussreiches Lebenswerk, das über Jahrzehnte hinweg die Kunstwelt geprägt hat.

Preisverleihung mit sieben weiteren Auszeichnungen

Der Große Kunstpreis Berlin ist mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert. Parallel dazu wurden sechs weitere Kunstpreise vergeben, die jeweils mit 5.000 Euro prämiert sind. Die glücklichen Preisträger dieser zusätzlichen Auszeichnungen sind:

  • Die in der Ukraine geborene Künstlerin Daria Chernyshova
  • Die palästinensischen Architekten Elias und Yousef Anastas
  • Die schwedische Sängerin Sofia Jernberg
  • Die deutsche Schriftstellerin Jayne-Ann Igel
  • Der österreichische Künstler Matthias Jakisic
  • Das Berliner FSK Kino

Akademie der Künste übt scharfe Kritik an Senat

Die feierliche Stimmung der Preisverleihung wurde jedoch von einem deutlichen Protest der Akademie der Künste getrübt. Die renommierte Institution kritisierte öffentlich, dass das Land Berlin die Dotierung aller Auszeichnungen von ursprünglich 45.000 Euro auf nur noch die Hälfte reduziert hat. Infolgedessen musste die Akademie in diesem Jahr fünfzig Prozent der Preisgelder aus eigenen Mitteln übernehmen, obwohl sie bereits die kompletten Kosten für Anreisen und die gesamte Veranstaltung trägt.

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In einer offiziellen Stellungnahme betonte die Akademie: „Der Kunstpreis Berlin wurde 1948 in Erinnerung an die Märzrevolution von 1848 ausdrücklich als politischer Preis gestiftet.“ Angesichts der aktuellen Herausforderungen für demokratische Institutionen zeige die Prioritätensetzung der Berliner Politik ein „mangelndes historisches Bewusstsein“ und schwäche „die demokratische Selbstvergewisserung dieser Stadt“. Der Präsident der Akademie, Manos Tsangaris, beklagte zudem, dass ihre mehrfachen Briefe an den Senat unbeantwortet blieben und zur Verleihung kein offizieller Vertreter der Senatsverwaltung erschienen sei.

Senatsverwaltung rechtfertigt Kürzungen mit Haushaltslage

Die Senatskulturverwaltung Berlins bestätigte die umstrittenen Einsparungen und erklärte, dass in diesem Jahr das Preisgeld um 22.000 Euro gekürzt werden musste. Ein Sprecher teilte mit: „Leider ließen sich in der aktuell angespannten Haushaltslage im Land Berlin Kürzungen bei allen Preisen und Preisgeldern nicht vermeiden. Wir tun unser Bestes, um den Berliner Kunstpreis für die Zukunft wieder auf stabile Beine zu stellen.“

Die Verwaltung betonte, dass die notwendigen Kürzungen mit großem Verantwortungsbewusstsein und hoher Sensibilität vorgenommen worden seien. Besonders vulnerable Bereiche wie die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen, Kinder- und Jugendtheater, wohnortnahe Kulturangebote in den Bezirken sowie Projektmittel für die Freie Szene seien dabei bewusst geschont oder nur minimal belastet worden. Dennoch bleibt die Halbierung der Preisgelder für den traditionsreichen Kunstpreis Berlin ein symbolträchtiger Einschnitt, der in der Kulturszene der Hauptstadt für erhebliche Diskussionen sorgt.

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