Bleiverbot beim Angeln: Neue Regeln für Angler ab 2026
Bleiverbot beim Angeln: Neue Regeln ab 2026

Bleiverbot beim Angeln: Neue Regeln für Angler ab 2026

Angler in Deutschland und ganz Europa stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, die ihre Angelausrüstung und ihre Geldbörse betreffen. Der REACH-Ausschuss der Europäischen Union hat vor wenigen Tagen weitreichende Verkaufsbeschränkungen für bleihaltige Angelprodukte beschlossen. Damit beginnt ein neues Kapitel in der Angelfischerei, das den Umweltschutz in den Vordergrund stellt.

Schrittweiser Ausstieg aus Bleiprodukten

Die EU-Verordnung sieht vor, dass klassische Bleigewichte und -köder nach und nach aus den Regalen der Händler verschwinden. Die Branche stellt auf umweltfreundlichere Alternativen um. Besonders geeignet ist Tungsten, auch als Wolfram bekannt. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Blei, sinkt sogar etwas schneller, ist aber deutlich teurer. Angler müssen daher künftig tiefer in die Tasche greifen.

Kein generelles Nutzungsverbot

Trotz der strengen Regeln gibt es vorerst kein generelles Nutzungsverbot für Freizeitangler. Die Regelung konzentriert sich auf das Inverkehrbringen von Bleiprodukten. Angler dürfen bereits vorhandene Bestände weiterhin verwenden. Händler hingegen müssen den Verkauf neuer Produkte schrittweise einschränken.

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Übergangsfristen im Überblick

  • Nach sechs Monaten: Händler dürfen Drop-In-Bleie und Bleidraht nicht mehr anbieten.
  • Nach drei Jahren: Der Verkauf von Angelbleien und Ködern bis 50 Gramm wird eingestellt.
  • Nach fünf Jahren: Schwerere Gewichte zwischen 50 Gramm und 1 Kilogramm dürfen nicht mehr verkauft werden.

Ausnahmen von der Regelung

Die Beschränkungen gelten nicht für Produkte mit einem Bleigehalt von unter einem Prozent. Hersteller dürfen außerdem Köder aus Kupferlegierungen mit weniger als drei Prozent Blei und Mikro-Schrotbleie unter 0,06 Gramm weiterhin anbieten. Voraussetzung ist eine kindersichere Verpackung.

Kennzeichnungspflicht in Planung

Während der Übergangsphasen müssen Händler bleihaltige Produkte deutlich kennzeichnen, um auf Umweltgefahren und gesundheitliche Risiken hinzuweisen. Die genaue Gestaltung dieser Etiketten wird noch festgelegt, da der entscheidende Gesetzestext noch nicht veröffentlicht ist.

Hintergrund: Umweltschutz als Treiber

Die Maßnahmen dienen dem Umweltschutz. Schätzungen zufolge gelangen jährlich etwa 4.800 Tonnen Blei aus Angelgeräten in die Natur. Zudem gefährden Bleigewichte rund sieben Millionen Vögel, da die Tiere sie aufnehmen. Der Deutsche Angelfischerverband plädiert für verhältnismäßige, praktikable und erschwingliche Lösungen.

Reaktionen aus der Branche

Die European Fishing Tackle Trade Association (EFTTA) reagiert gespalten: Sie schätzt die Planungssicherheit durch die Regelung, kritisiert aber, dass ein vollständiges Nutzungsverbot ausbleibt. Zudem befürchtet die EFTTA einen illegitimen Graumarkt, wenn Angler bleihaltige Produkte außerhalb der EU beziehen.

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