Oscars verlieren Zuschauer: Quoten-Dämpfer in den USA und Deutschland
Die 98. Oscar-Verleihung mit Moderator Conan O’Brien hat einen deutlichen Quotenrückgang erlebt. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Deutschland schalteten weniger Zuschauer die glamouröse Preisverleihung ein als im Vorjahr.
USA: Neun Prozent weniger Zuschauer
In den USA verfolgten nur knapp 17,9 Millionen Menschen die Oscar-Nacht – das bedeutet einen Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend ist der Einbruch bei der wichtigen Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen, deren Reichweite um 14 Prozent sank. Diese demografische Gruppe ist für Werbekunden von entscheidender Bedeutung.
Verglichen mit den Glanzzeiten der Oscars sind die aktuellen Zahlen bescheiden. Den absoluten Rekord gab es 1998, als Titanic als bester Film ausgezeichnet wurde und 57,2 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen lockte. 2021 erreichten die Oscars mit nur 10,4 Millionen Zuschauern einen historischen Tiefstwert. Zwar liegen die aktuellen Werte deutlich darüber, aber sie bleiben weit entfernt von früheren Höchstständen.
Deutschland: Marktanteil sinkt, aber Oscar-Fieber bleibt
Auch in Deutschland bekam die Oscar-Nacht einen kleinen Dämpfer, allerdings auf weiterhin hohem Niveau. ProSieben erreichte bis drei Uhr morgens einen Marktanteil von 18,7 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Sender mit 24,8 Prozent noch einen echten Quoten-Höhenflug hingelegt.
Im Durchschnitt sahen dieses Mal rund 340.000 Zuschauer zu, etwa 100.000 weniger als 2025. Damals war die Reichweite in der zweiten Nachthälfte sogar noch einmal deutlich gestiegen, nach drei Uhr wurden über 33 Prozent Marktanteil gemessen. An diese Werte kam die diesjährige Verleihung zwar nicht heran – doch für eine mehrstündige Live-Show mitten in der Nacht bleibt das Oscar-Fieber in Deutschland beachtlich hoch.
Langfristige Veränderungen ab 2029
Langfristig wird sich vieles ändern. Ab 2029 werden klassische TV-Quoten für die Bewertung des Erfolgs keine Rolle mehr spielen. Dann zieht die Oscar-Verleihung zu YouTube um, was die Messung der Zuschauerzahlen grundlegend verändern wird.
Der Tag nach den Oscars
Vielleicht das ehrlichste Bild dieser Oscar-Nacht: Der rote Teppich glänzt nur bis zum Morgengrauen. Während Hollywood noch die After-Show-Partys feierte, zeigte sich im Saal eine weniger glamouröse Realität. Im Dolby Theatre in Hollywood war der Müll der Gäste zu sehen, drumherum stapelten sich Säcke, Pappbecher und Essensreste.
Prominente Gesichter wie Leonardo DiCaprio (51), Gwyneth Paltrow (53), Jessie Buckley (36) und Michael B. Jordan (39) sorgten zwar für Glamour und Unterhaltung, konnten aber den generellen Trend sinkender Zuschauerzahlen nicht aufhalten.



