Einzigartige Passionsausstellung in München endet am Ostermontag
Noch bis Ostermontag präsentieren die Münchner Krippenfreunde eine außergewöhnliche Passionsausstellung in der Krypta von St. Theresia in Neuhausen. Statt der traditionellen Weihnachtskrippen und Adventsszenen widmet sich der Verein erstmals seit Jahrzehnten wieder intensiv der Osterzeit mit einer umfassenden Schau zur Passion Christi.
Jahrzehntelange Pause beendet: Eine Premiere für den Verein
Die Idee zu dieser Ausstellung spukte Vereinsvorstand Jürgen Milla schon lange im Kopf. "Selbst unsere ältesten Mitglieder, die seit 50 Jahren dabei sind, konnten sich nicht an eine vergleichbare Passionsausstellung erinnern", erklärt er. Seit Januar investierten die Ehrenamtlichen über 1.600 Stunden in Bauzeit und Konzeption, zusätzlich zu umfangreichen Recherchen. Wöchentlich trafen sich zehn bis vierzehn Mitglieder, um die Exponate zusammenzustellen – deutlich mehr als bei den Weihnachtsausstellungen.
Vielfältige Exponate: Von Volkskunst bis zu kunsthistorischen Schätzen
Die Ausstellung umfasst 40 Exponate, darunter:
- Eine einzige Passionsdarstellung aus dem Vereinsbesitz: das letzte Abendmahl aus einem Nachlass.
- Das Prunkstück: eine 4,80 Meter lange Alt-Münchner Krippe mit wertvollen Figuren der Stiftung Schachinger aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
- Filigrane Arbeiten wie eine Kreuzigung in einem Nandu-Ei und den Kreuzweg auf künstlichen Straußeneiern.
- Historische Stücke, darunter ein gegeißelter Jesus aus der abgerissenen Heilig-Kreuz-Kirche von 1888.
- Volkskunst wie Loammandl-Figuren, deren Herstellungskunst als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.
Jürgen Milla gestaltete den Kreuzweg um einen hohlen Apfelbaumstamm, sodass Besucher die Stationen in der richtigen Abfolge umrunden können. "Die Arbeit zog uns emotional stark in die Passionsgeschichte hinein, die viel Leid thematisiert. Da ist man froh, wenn die Auferstehung kommt", reflektiert er.
Kulturelle und religiöse Einblicke für alle Interessierten
Nadine Kagerer, Vize-Vorständin des Vereins, betont: "Wir wollen vermitteln, dass Ostern mehr ist als ein paar freie Tage, und dies zugleich aus dem Abstrakten der Kirche herausholen." Die Ausstellung bietet Wissenswertes zu Osterbräuchen, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft. Besucher erfahren beispielsweise, dass Redewendungen wie "sich die Hände in Unschuld waschen" aus der Passionsgeschichte stammen. Für Kinder gibt es einen themenbezogenen Spieltisch.
Praktische Informationen zur Ausstellung
Die Ausstellung ist noch bis Ostermontag, den 12. April, in der Krypta von St. Theresia in der Dom-Pedro-Straße 39 zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 11:45 bis 15 Uhr sowie am Ostermontag. Während der Öffnungszeiten finden laufend Führungen statt, der Eintritt ist frei. Eine seltene Gelegenheit, diese einzigartige Passionsschau zu erleben.



