Reuters enthüllt: Banksy soll Robin Gunningham sein - Verbindung zu Massive Attack
Ein dreiköpfiges britisches Team der internationalen Nachrichtenagentur Reuters hat nach intensiven Recherchen möglicherweise das größte Geheimnis der Kunstszene gelüftet. Die Journalisten, die mit einem erheblichen Reise- und Spesenbudget ausgestattet waren, verfolgten Spuren bis in die ukrainische Hauptstadt Kyjiw, wo Banksy 2022 Bilder gegen den Krieg sprayte.
Die Recherchen in der Ukraine
Das Team sichtete Einreisedokumente, befragte Zeugen vor Ort, führte Videoanalysen durch und verfolgte sorgfältig nach, wo der Künstler jeweils unterwegs war. Der Fokus lag dabei auf dem Ort Horenka, wo zwei maskierte Personen in wenigen Minuten ein Kunstwerk auf ein von Russland zerstörtes Gebäude sprayten. Den Bewohnern wurden Fotos verschiedener Straßenkünstler gezeigt, und alle Hinweise deuten auf Robin Gunningham hin.
Robin Gunningham und Robert Del Naja
Gunningham wurde bereits 2008 von der britischen Zeitung „Daily Mail“ als der Mann hinter dem Pseudonym identifiziert. Beim zweiten Ukraine-Sprayer soll es sich mutmaßlich um Robert Del Naja handeln, den Frontmann der Gruppe Massive Attack, der früher ebenfalls schon verdächtigt wurde, hinter Banksy zu stecken. Gunningham, der laut Bericht aktuell den Namen David Jones trägt – einer der häufigsten Namen Großbritanniens und zugleich der bürgerliche Name von David Bowie –, reiste 2022 gemeinsam mit einem Musiker von Massive Attack in die Ukraine ein. Kurz darauf tauchten Wandbilder von Banksy auf, die der Künstler auf Instagram als echt bestätigte.
Historische Beweise und rechtliche Warnungen
Bei den Recherchen stießen die Journalisten auf einen ehemaligen Manager des Künstlers, der berichtete, dass Banksy vor mehr als 25 Jahren in New York festgenommen wurde, weil er ein Werbeplakat übermalte. Damals legte er als Robin Gunningham ein handschriftliches Geständnis ab. Banksy hat bisher nicht auf die Reuters-Recherche reagiert, weder auf seinem Instagram-Account noch auf seiner offiziellen Website. Sein Anwalt warnte die drei Journalisten vor einer Veröffentlichung seiner bürgerlichen Identität und argumentierte, Anonymität schütze die Meinungsfreiheit des Künstlers.
Öffentliches Interesse und Kunstmarkt
Reuters publizierte die Recherchen dennoch mit der Begründung eines großen öffentlichen Interesses. Banksys Werke erzielen zuletzt auf dem Kunstmarkt Millionenbeträge, wie das Werk „Love is in the Bin“, das 2018 für über eine Million Pfund versteigert wurde, sich dann schredderte und 2021 für mehr als 18 Millionen Pfund erneut unter den Hammer kam. Diese Version ist aktuell in München zu sehen. Die Identität des Street-Art-Künstlers gilt bis heute als eines der größten Rätsel der Kunstszene.



