Sean Penns dritter Oscar-Gewinn ohne den Star selbst
Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in Los Angeles gab es eine überraschende Abwesenheit: Sean Penn, der für seine Rolle als korrupter Militärführer Oberst Steven J. Lockjaw in „One Battle After Another“ als bester männlicher Nebendarsteller ausgezeichnet wurde, erschien nicht persönlich, um seine dritte Goldtrophäe entgegenzunehmen. Stattdessen übernahm TV-Star Kieran Culkin diese Aufgabe und sorgte mit humorvollen Kommentaren für die ungewöhnliche Situation.
Rätsel um die Abwesenheit des Hollywood-Stars
Die Frage, warum ein nominierter Schauspieler den wichtigsten Filmpreis der Welt schwänzt, beschäftigte die Branche. „Sean Penn konnte heute Abend nicht hier sein. Oder er wollte nicht hier sein“, scherzte Culkin auf der Bühne und ließ das Publikum im Unklaren. Diese Abwesenheit ist kein Einzelfall: Penn fehlte bereits bei den Actor Awards und den BAFTAs, was viele in Hollywood als respektlos empfinden. Zuletzt hatte er mit seinem Verhalten bei den Golden Globes für Aufsehen gesorgt, als er im Saal rauchte.
Die Aufklärung: Ukraine statt roter Teppich
Die „New York Times“ brachte schließlich Licht ins Dunkel und enthüllte, dass sich Penn während der Oscar-Verleihung in der Ukraine aufhielt. Der genaue Zweck seines Besuchs bleibt zwar unklar, doch das Engagement des Schauspielers für das Land ist bekannt. Bereits 2022 überreichte er Präsident Wolodymyr Selenskyj einen seiner Oscars mit der Bemerkung, man könne diese „zu Kugeln einschmelzen“, um die ukrainischen Kriegsanstrengungen zu unterstützen.
Politisches Engagement kontra Glitzerwelt
Sean Penns Abwesenheit bei den Oscars unterstreicht seinen Ruf als „Bad Boy“ Hollywoods und seinen tiefen politischen Einsatz. Der Schauspieler:
- engagiert sich seit Jahren in Friedenspolitik und Katastrophenhilfe
- kritisierte öffentlich den Irak-Krieg 2003
- reist regelmäßig in Konfliktgebiete
- realisierte 2023 den Dokumentarfilm „Superpower“ über Selenskyj und den Krieg
Dies bildet einen deutlichen Kontrast zur oft oberflächlichen Welt der Filmpreise. Während Hollywood feierte, setzte Penn ein Zeichen mit seinem Engagement in der Ukraine – auch wenn dies bedeutete, seine eigene Oscar-Ehrung zu verpassen.



