Sönke Möhring im Interview: Vom Bruder-Vergleich zur eigenen Schauspielkarriere
Sönke Möhring: Emanzipation vom berühmten Bruder Wotan Wilke

Sönke Möhring: Eigener Weg neben dem berühmten Bruder

Normalerweise steht Sönke Möhring (53) für große Filmproduktionen oder beliebte Serien vor der Kamera. Doch kürzlich war der TV-Star und Bruder des erfolgreichen Schauspielers Wotan Wilke Möhring (58) in ganz anderer Funktion in München zu Gast. Der Schauspieler reiste extra aus Berlin an, um aus den Mutmacher-Kindergeschichten "Mumpfelmoff und das Wunder am Schloss" von Künstlerin Bo Starker (46) zu lesen.

Lesung mit persönlichem Bezug

Die Geschichten hat die Neu-Autorin ihrem Sohn Raphael (12) gewidmet, der bei der Geburt einen Schlaganfall erlitten hatte. "Er fragte mich einmal, ob er behindert sei, weil die Kinder ihn am Spielplatz damit gehänselt und ihn ausgelacht hatten. Ich hatte seine Behinderung vor ihm nie zum Thema gemacht", erzählt die Künstlerin, die bereits Sänger Abi Ofarim († 2018) oder Ex-Landesmutter Angela Merkel auf der Leinwand verewigt hat.

Sönke Möhring erklärt seine Motivation für die Lesung: "Bo Starker hat mich über Instagram angeschrieben und gefragt, ob ich das machen würde. Und da ich selbst eine Ausbildung zum Kinderpfleger habe und selbst Vater bin, besitze ich auch eine Affinität zu Kinderliteratur." Der Schauspieler zeigt sich begeistert von dem Buch: "Es wird viel Spielraum gelassen, die Dinge selbst zu beurteilen, und ist zudem eine schöne Reise in eine Fantasiewelt."

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Familienverhältnis ohne Konkurrenzkampf

Ein immer wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis zu seinem fünf Jahre älteren Bruder Wotan Wilke Möhring. Auf die Frage nach dem leidigen Geschwister-Vergleich antwortet Sönke Möhring: "Ein bisschen schon. Aber das ist ja kein Wettbewerb. Es herrschte nie ein Konkurrenzkampf zwischen uns, wir sind so erzogen worden, dass jeder jedem alles gönnt, wir sind da ganz gesund miteinander!"

Er beschreibt die unterschiedlichen Karrierewege: "Dadurch, dass er den Tatort-Kommissar spielt, ist er natürlich im großen Fahrwasser. Ich bin manchmal hinten, manchmal vorne, manchmal daneben. Das finde ich aber nicht schlimm!" Die Unterstützung innerhalb der Familie betont er deutlich: "Mein Bruder hat vielleicht die eine oder andere Tür mal aufgehalten - aber durchgehen muss man selbst. Nur Bruder VON zu sein, heißt ja nichts."

Hollywood-Erfahrungen und aktuelle Projekte

Auch auf Hollywood-Erfahrung im großen Stil kann Sönke Möhring zurückblicken. 2009 wirkte er in "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino neben Brad Pitt mit. Über den Hollywood-Star sagt er: "Der Brad Pitt war super, ganz toll, ein ganz umgänglicher, feiner Kerl, der ganze Dreh überhaupt war wie eine Klassenfahrt!"

Aktuell arbeitet der Schauspieler an mehreren Projekten: "Gerade habe ich drei Folgen für die ZDF-Serie 'Frühling' mit Simone Thomalla in Bayern gedreht, nächste Woche bekomme ich die Bücher für die Figur Friedel Gottwald, der sich nach einem Mountainbike-Unfall an 40 Jahre seines Lebens nicht mehr erinnern kann. Im Juli geht es weiter mit neuen Folgen mit mir."

Persönliche Werte und späte Berufung

Über sich selbst sagt Sönke Möhring: "Für mich sind Begriffe wie Demut, Zuverlässigkeit wichtig, das sind vielleicht nicht so die typischen Eigenschaften für einen Schauspieler." Seinen Weg in den Schauspielberuf beschreibt er als Quereinstieg: "Nach dem Studium war ich erst in der Personalberatung meines Vaters, dann in einem Modevertrieb und später als Redakteur bei einem Magazin tätig - weil mein Bruder vorwegging, wollte ich nicht hinterherhinken im Schauspielberuf."

Mit 28 Jahren wagte er den Schritt: "Also war ich Quereinsteiger mit 28 und zu alt für die klassische Schauspielausbildung, aber mit Beharrlichkeit und Hingabe schafft man alles!" Die elterliche Ermutigung spielte dabei eine wichtige Rolle: "Die Eltern sagten uns vier Kindern immer: Wenn ihr die Dinge nicht ausprobiert, dann ärgert ihr euch vielleicht später darüber, dass ihr es nicht versucht habt."

Abschließend resümiert der Schauspieler: "Wir haben beide unseren Weg gefunden und freuen uns füreinander, dass es so gut läuft! Ich habe mich sozusagen emanzipiert, werde aber immer der kleine Bruder bleiben…"

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