Abschiedsinszenierung einer Theaterikone in der Landeshauptstadt
Die bekannte Fernsehschauspielerin Steffi Kühnert steht vor einem besonderen Abschied in Schwerin. Ihre aktuelle Regiearbeit, die Komödie "Im falschen Film", die am 28. Februar 2026 im Theaterzelt Premiere feiert, wird wahrscheinlich ihre letzte Inszenierung am Mecklenburgischen Staatstheater sein. Damit endet eine zehnjährige Zusammenarbeit mit dem Haus, in der Kühnert gemeinsam mit ihrem Mann Joachim Hamster Damm, der für die Bühnenbilder verantwortlich zeichnet, zahlreiche erfolgreiche Produktionen realisierte.
Theater im Theater mit aktuellen Bezügen
Das Stück "Im falschen Film" bietet eine besondere Mischung aus Komödie und Metatheater. Es erzählt die Geschichte eines Paares, das zur Dinner-Party versehentlich sowohl die gute Freundin mit ihrem neuen Partner als auch deren Ex-Mann eingeladen hat. Die Gastgeber versuchen verzweifelt, diese Personen voneinander fernzuhalten und eine Katastrophe zu verhindern. Gleichzeitig spielt sich hinter den Kulissen eine weitere Krise ab: Nach diversen Kündigungen im Ensemble müssen nur noch zwei Schauspieler das eigentlich für sieben Personen konzipierte Stück retten, indem sie alle Rollen selbst übernehmen.
Steffi Kühnert betont, dass sie bewusst Theater im Theater schaffen wollte. Interessant sind dabei die Parallelen zur aktuellen Situation am Schweriner Theater, wo zum Sommer etliche Schauspieler das Ensemble verlassen müssen. "Das wussten wir vorher nicht, aber es ist schon das Stück der Stunde", kommentiert die Regisseurin diese Übereinstimmung, möchte sich jedoch nicht weiter zu den Personalveränderungen äußern.
Eine bewährte Zusammenarbeit geht zu Ende
Seit einem Jahrzehnt arbeitet Steffi Kühnert regelmäßig am Mecklenburgischen Staatstheater. Zu ihren erfolgreichsten Inszenierungen gehören "Die Ratten" und "Kabale und Liebe", für die sie gemeinsam mit ihrem Mann viel Beifall erhielt. Für die aktuelle Produktion suchte das Paar lange nach dem passenden Stück, bis sie auf "Im falschen Film" stießen, das sie bis dahin nicht kannten. Die Theaterleitung hatte explizit eine Komödie gewünscht, die auf der Vorbühne mit geringem personellem und materiellem Aufwand realisiert werden kann.
Kühnert und Hamster Damm lassen durchblicken, dass dies ihr letztes Projekt in Schwerin sein wird. Dennoch betonen sie: "Wir wollten unbedingt noch einmal mit diesem tollen Ensemble hier in Schwerin arbeiten."
Wunsch-Besetzung und nachhaltige Ausstattung
Für ihre Abschiedsinszenierung konnte Steffi Kühnert mit Katrin Heinrich und Jochen Fahr ihre Wunsch-Besetzung gewinnen. Mit beiden Schauspielern verbindet sie bereits eine Arbeitsgeschichte. Katrin Heinrich sollte ursprünglich bereits Kühnerts "Mutter Courage" in Schwerin werden, doch die Produktion wurde nach 14 Tagen Proben aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen. Jochen Fahr beeindruckt die Regisseurin trotz seiner langen Berufserfahrung durch ungebrochene Energie und Leidenschaft für das Theater.
Die Proben gestalteten sich sportlich, da nur fünf Wochen zur Verfügung standen. In den ersten vier Wochen probte das Team auf der Probenbühne in der M*Halle, da im Theaterzelt parallel andere Stücke aufgeführt wurden. Erst in der letzten Woche vor der Premiere konnte ins Zelt umgezogen werden, was neue akustische und räumliche Herausforderungen mit sich brachte.
Besonders nachhaltig zeigt sich die Ausstattung: Bühnenbildner Joachim Hamster Damm recycelte ein Bühnenbild mit vielen Türen, das zuvor bereits die Fritz-Reuter-Bühne genutzt hatte. "Das ist Nachhaltigkeit im besten Sinne", betont der Ausstatter und kritisiert gleichzeitig die Wegwerfmentalität vieler Theater, wo Bühnenbilder nach Produktionsende oft im Sperrmüll landen. Auch bei den Kostümen griff das Team größtenteils auf den Fundus des Theaters zurück.
Premiere und weitere Vorstellungen
Die Premiere von "Im falschen Film" findet am 28. Februar 2026 um 19 Uhr im Theaterzelt am Küchengarten statt. Weitere Vorstellungen sind für den 14., 21. und 28. März, den 18. April sowie den 7., 9., 15. und 23. Mai jeweils um 19 Uhr geplant, am 17. Mai zusätzlich um 15 Uhr. Karten sind unter der Telefonnummer 0385 53 00-123 oder per E-Mail erhältlich.
Mit dieser Produktion verabschiedet sich nicht nur eine erfahrene Regisseurin vom Schweriner Publikum, sondern es entsteht auch ein besonderes Theatererlebnis, das durch seine Doppelbödigkeit und die Verbindung von Komik mit hintergründigen Themen besticht.



