Heimatmuseum Warnemünde plant große Erweiterung mit Kapitänszimmer und digitalen Stationen
Museum Warnemünde plant Erweiterung mit Kapitänszimmer

Heimatmuseum Warnemünde plant umfangreiche Erweiterung mit neuen Ausstellungsbereichen

Das Heimatmuseum Warnemünde verfolgt ambitionierte Pläne für eine deutliche Vergrößerung seiner Ausstellungsflächen. Museumsleiter Christoph Wegner hat die Erweiterung fest im Visier und plant die künftige Mitnutzung der angrenzenden Räume einer ehemaligen Pension. Der Pachtvertrag der Pension läuft im Frühjahr aus, woraufhin in Abstimmung mit dem Rostocker Immobiliendienstleister KOE, dem Büro der Oberbürgermeisterin und dem Kulturamt die Flächen geplant und baulich vorbereitet werden sollen.

Zeitplan und Finanzierung noch nicht finalisiert

Ein konkreter Zeitplan für das Großprojekt liegt derzeit noch nicht vor. Auch zu den entstehenden Kosten kann Museumsleiter Wegner momentan keine genauen Angaben machen. Der Museumsverein wird sich jedoch nach seinen Möglichkeiten finanziell einbringen, betont Wegner. Mit einer tatsächlichen Nutzung der neuen Räumlichkeiten rechnet das Museum frühestens ab dem Jahr 2027.

Neue Dauerausstellungsfläche im Obergeschoss geplant

Im Obergeschoss der ehemaligen Pension ist eine zusätzliche Dauerausstellungsfläche von etwa 80 Quadratmetern vorgesehen. Die aktuelle Dauerausstellung umfasst rund 100 Quadratmeter. Objekte, die bislang nur in Sonderausstellungen Platz finden, sollen dort dauerhaft präsentiert werden. Bevor es soweit ist, müssen jedoch noch wichtige Fragen der Traglast und der Besucherführung geklärt werden. Das Museum prüft außerdem barrierefreie Zugänge ins Obergeschoss und die Gestaltung eines sinnvollen Rundgangs.

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Vielfältige Themenbereiche und besondere Exponate

Für die neue Dauerausstellung sind verschiedene thematische Schwerpunkte angedacht:

  • Die Geschichte der Fischereiproduktionsgenossenschaft Warnemünde
  • Die Entwicklung der Werften am Standort bis in die Gegenwart
  • Eine Erweiterung zum DDR-Unterhaltungskünstler und Sänger Horst Köbbert aus Warnemünde
  • Die Geschichte der Fahrensleute, Handel und Seefahrt
  • Eine vertiefte und interaktive Ortsgeschichte mit digitalen Medienstationen

Ein besonderes Highlight stellt der Nachlass des bekannten Warnemünder Seemanns Stephan Jantzen dar. Aus diesem stehen „Kapitänsmöbel“, darunter große Stühle, für eine mögliche Nachbildung eines Kapitänszimmers zur Verfügung.

Auflösung von Außendepots und Lageroptimierung

Im Zuge der Erweiterung plant das Museum, Außendepots aufzulösen. Dies dient sowohl der Kosteneinsparung als auch der Schaffung zusätzlicher Lagerfläche vor Ort. In diesen Depots lagern zahlreiche wertvolle Exponate wie Schiffsmodelle, Möbel, Tischnähmaschinen, Schriftgut und Publikationen, die künftig besser zugänglich sein sollen.

Geplante Sonderausstellungen ab 2027

Sollten die neuen Räumlichkeiten tatsächlich ab 2027 nutzbar sein, plant das Museum zunächst eine temporäre Ausstellung zum Fliegerpionier Gunther Plüschow. Der aus Mecklenburg stammende Pionier fotografierte Ende der 1920er-Jahre Feuerland aus der Luft und nutzte dabei ein Heinkel-Flugzeug. 2027 jährt sich diese Unternehmung zu einem runden Datum.

Sommer-Sonderausstellung zur Warnemünder Woche

Parallel zu den Erweiterungsplänen bereitet das Heimatmuseum bereits die nächste Sommer-Sonderausstellung vor. Unter dem Titel „100 Jahre Warnemünder Woche“ wird die Entwicklung der Regatta beleuchtet, die 1926 erstmals ausgerichtet wurde. Aufgrund von Kriegsjahren und späteren Unterbrechungen findet in diesem Jahr die 88. Warnemünder Woche statt. „Das Jubiläum bezieht sich auf die Jahre, nicht die Zählung der Ausgaben“, erklärt Museumsleiter Wegner.

Die Ausstellung zeigt die enge Verbindung der Regatta mit der Geschichte des 1925 gegründeten Warnemünder Segelclubs. Präsentiert werden Pokale, historische Dokumente und umfangreiches Bildmaterial. Nach 1945 war die Warnemünder Woche Teil der Ostseewoche und der Internationalen Ostseeregatta, bevor sie ab 1991 wieder unter ihrem ursprünglichen Titel lief.

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Die Sommerausstellung startet am 4. Juli und läuft voraussichtlich bis zum 13. Juni des kommenden Jahres. Sie ist im gewohnten Sonderausstellungsraum des Museums zu sehen und markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung des Heimatmuseums Warnemünde, das zu jeder Jahreszeit für Besucher offen steht und bald deutlich größer werden könnte.