Deutschlands erstes KI-Label: Musikproduzent Daniel Troha erschafft virtuellen Künstler KAI NØIR
Der renommierte Musikproduzent Daniel Troha, bekannt für seine Arbeit mit Stars wie Sarah Connor und den No Angels, betritt mit einem bahnbrechenden Projekt neues Terrain. Gemeinsam mit zwei weiteren Produzenten hat er das erste KI-Label Deutschlands gegründet: SMOPP Records. Das erste Projekt des Labels ist der komplett KI-generierte Künstler KAI NØIR – eine fiktive Figur, die als 19-jähriger skandinavischer Nachwuchsmusiker mit Plattenvertrag vermarktet wird, obwohl sie in der Realität nicht existiert.
Von traditioneller Musikproduktion zur KI-Kunst
Daniel Troha blickt auf eine jahrzehntelange, erfolgreiche Karriere zurück, die von langen Studio-Nächten und aufwändigen Produktionsprozessen geprägt war. Heute nutzt er KI-Tools wie Suno, um innerhalb kürzester Zeit Musik und visuelle Erscheinungen zu generieren. „Ich wollte ganz gezielt dieses Gefühl des talentierten jungen Kerls. Der abends, statt Playstation zu zocken oder mit den Freunden Billard spielen zu gehen, lieber in seinem stillen Kämmerlein sitzt und an irgendwelchen Synthesizern rumschraubt“, erklärt Troha seine Vision für KAI NØIR.
Trotz der Effizienz der KI-Technologie erinnert sich Troha mit Nostalgie an die traditionelle Musikproduktion. „Das weiß ich noch. Da war die Nadja, die Sängerin von No Angels bei mir im Studio. Wir haben halt so dagesessen, Akkorde ausprobiert“, erzählt er. Besonders emotional war für ihn die Aufnahme eines Orchesters in Warschau: „Gänsehaut, Tränen. Dieser ganze Raum, wie das alles geschwungen hat, mit deinem Lied. Das ist Wahnsinn.“
Der Markt für KI-Musik boomt
Die Entscheidung, ein KI-Label zu gründen, ist nicht nur künstlerisch motiviert, sondern folgt auch einem klaren Markttrend. Auf Streaming-Plattformen wie Deezer sind bereits fast 40 Prozent der hochgeladenen Stücke reine KI-Produkte – das entspricht etwa 60.000 Songs pro Tag. Auch bei Spotify und Apple Music gehen Experten von ähnlichen Größenordnungen aus.
Internationale Beispiele zeigen den Erfolg von KI-Musik:
- Die fiktive Band Velvet Sundown
- Die möglicherweise KI-generierte Soulsängerin Sienna Rose
- Xania Monet, mit der ihre Erschafferin Telisha Jones sogar in die US-Billboard-Charts eingestiegen ist
Pragmatischer Ansatz und künstlerische Vision
Für Daniel Troha steht bei der Musikproduktion das Ergebnis im Vordergrund: „Das Ergebnis muss einfach gut sein. Egal ob da jetzt 20 Prozent Mensch mitgemischt hat oder 30 Prozent. Ob es rein KI ist, ob es aus drei KI-Songs zusammengewürfelt ist. Dann ist es mir wirklich egal, von wem das kommt. Das Lied muss mir erstmal gefallen.“
Mit SMOPP Records möchte Troha eine Plattform für Künstler schaffen, die sich mit KI-Technologie musikalisch ausdrücken wollen. „Wir wollen einfach eine weitere Plattform bieten für Menschen, die sich auf diese Art und Weise musikalisch ausdrücken wollen. Sie damit ermutigen, diesen Schritt zu wagen“, betont der Produzent.
Der erste Song von KAI NØIR ist bereits online verfügbar – ein hypnotischer Tech-House-Track, der zusammen mit einem KI-generierten Cover veröffentlicht wurde. Troha stellt seinen virtuellen Künstler bewusst ohne eindeutige Kennzeichnung als KI-Produkt vor und postet auf Instagram: „Kein Hype, nur pure Bewegung.“
Für die Zukunft plant Troha, sich mit seiner KI sogar an das anspruchsvolle Genre Soul zu wagen. „Schon krass, nä?“, kommentiert er diesen künstlerischen Schritt. Während die Technologie die Musikproduktion revolutioniert, bleibt für Daniel Troha eines konstant: Die Leidenschaft für gute Musik, unabhängig davon, wie sie entstanden ist.



