Bestseller-Autor Sebastian Fitzek (54) ist ein Meister der Thriller. Im Gespräch mit BILD redet er persönlich wie nie über sein Familienglück. Der Autor, der auf den großen Literaturbühnen der Welt zu Hause ist und über 20 Millionen Bücher verkauft hat, gesteht: Was ihm selbst Angst macht, ist weit entfernt von jeder seiner Grusel-Storys – es ist das Vatersein. Im BILD-Podcast May Way beschreibt Fitzek diese Rolle als „wahnsinnigen Erfahrungsprozess“.
Patchwork-Glück mit fünf Kindern
Sebastian Fitzek lebt im Patchwork-Glück. Er hat fünf Kinder – das älteste ist 16 Jahre alt, das jüngste erst 17 Monate. „Ich finde, dass man mit einem Baby einfach nur hoffnungslos überfordert und ängstlich ist“, so Fitzek. „Man weiß anfangs gar nicht, was man machen soll, und müde ist man ohnehin ständig.“ Erst mit der Zeit wachse die tiefe Bindung zu den Kindern.
Vaterrolle als kreative Quelle
Aus seiner Vaterrolle schöpft Fitzek Ideen für seine Bücher. „Von dem Moment an, in dem man ein Kind bekommt, ist es ja zum ersten Mal der Fall, dass es jemanden gibt, der einem wichtiger ist als man selbst“, sagt Fitzek voller Demut. Diese Erfahrung prägt nicht nur sein Leben, sondern auch seine Geschichten. Die Familie und seine Rolle als schützender Vater ist eine große schöpferische Quelle. „Da ist auf jeden Fall viel Leben. Da ist alles möglich. Von der Patchwork-Situation, zum Schulwechsel, Pubertät.“ Aus allem könne man Geschichten kreieren. Zudem: „Alle Geschichten sind Familiengeschichten. Ob das Harry Potter oder Star Wars ist.“
Alltägliche Überlegungen werden zu großen Fragen
Fitzek nennt ein Beispiel, wie sich so eine alltägliche Familienangelegenheit in eine Geschichte überträgt: „Wir haben so viele Möglichkeiten unsere Kinder zu überwachen. GPS-Tracker, Uhren, Handys, Spy Ware. Will man das – und wenn man es nicht macht und dann passiert etwas Schlimmes, kann man damit leben?“ Aus dieser alltäglichen Überlegung entstehen große Fragen: „Freiheit gegen Überwachung“. Es ist eine Frage, auf die er keine Antwort hat. Aber er versucht sie, in seinen Büchern zu beantworten.
Schreiben? „Erst, wenn alle im Bett sind“
Doch wie kann der Meister-Autor im Familientrubel mit fünf Kindern seinen Deadlines nachkommen? Wie sein Vater, Freimuth Fitzek (†86), Oberstudiendirektor und Deutschlehrer an einem Gymnasium, verschanze er sich eigentlich gern hinter seiner Arbeit. Doch das geht oft nur, „wenn alle im Bett sind. Dann kann ich schon den Laptop hervorholen und noch etwas arbeiten. Aber man muss da schon noch etwas flexibel sein.“ Und weiter: „Aber es ist auch Patchwork. Das heißt: Es sind nicht immer alle da.“ Fitzeks älteste Tochter möchte übrigens selbst Autorin werden, schreibt schon ihre Geschichten.
Fitzek bereitet sich schon auf den Tod vor
Wegen seiner Familie beschäftigt sich Sebastian Fitzek auch viel mit dem Tod – sowohl in seiner Arbeit als auch im echten Leben. Seinen Liebsten will er deshalb schon jetzt das richtige Werkzeug an die Hand geben – für den Fall, dass ihm etwas passiert. Es handele sich um eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. „Man muss ja nicht gleich sterben. Man kann ja schon nicht ansprechbar sein für eine gewisse Zeit.“ Auf die Frage, wie er selbst einmal sterben möchte, antwortet er schlicht: „Also bitte dann so wie mein Vater, der ist nämlich einfach eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht.“



