Landeswettbewerb Jugend musiziert an der Müritz: Junge Talente begeistern mit starken Auftritten
Jugend musiziert: Junge Talente begeistern an der Müritz

Musikalische Höchstleistungen beim Landeswettbewerb Jugend musiziert

Vor seinem Auftritt atmet Sebastian Michalansky noch einmal tief durch, dann beginnen seine Finger über die Klaviertasten zu fliegen. Konzentriert und sicher spielt der Warener Musikschüler fast zwanzig Minuten lang, so wie viele andere junge Talente am Wochenende beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Waren an der Müritz. Insgesamt 189 Nachwuchsmusiker aus ganz Mecklenburg-Vorpommern reisten in die Stadt, um sich vor einer Fachjury zu präsentieren.

Emotionen und herausragende Darbietungen

Die Aufregung und Nervosität waren vielen der jungen Musiker deutlich anzumerken, die sich an vier verschiedenen Wirkungsstätten den Wertungen stellten. Einige Teilnehmer spielten sogar Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder Johannes Brahms komplett auswendig. „Wenn ich auswendig spiele, habe ich meistens die Augen zu und stelle mir vor, wie sich das anfühlt, wenn ich die Tasten drücke“, erklärt Sebastian Michalansky. Die Angst, einmal danebenzugreifen, sei zwar stets präsent, doch mit gründlicher Vorbereitung klappe es meistens ausgezeichnet.

Am Sonnabend und Sonntag fanden Abschlussveranstaltungen statt, bei denen auch das Publikum noch einmal verschiedene Wettbewerbsbeiträge bewundern konnte. Ursula Linke, Leiterin der gastgebenden Kreismusikschule Müritz, betonte dabei die immense Bedeutung der Musikschule für die gesamte Region. „Wir wissen, die Musikschule ist in der Stadt Waren gut aufgehoben“, sagte sie mit einem deutlichen Seitenhieb auf die zu Jahresbeginn bekannt gewordenen Privatisierungspläne des Landkreises, die aus Kostengründen diskutiert worden waren und breiten Protest ausgelöst hatten.

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Regeländerungen und Wertschätzung für alle Teilnehmer

Der Wettbewerb selbst stand in der Vergangenheit ebenfalls in der Kritik. Volker Ahmels, Vorsitzender des Landesausschusses „Jugend musiziert“, erinnerte an die Diskussionen über die strengen Regeln zur Weiterleitung vom Landes- zum Bundeswettbewerb im Vorjahr. „In diesem Jahr waren die Juroren frei in ihrer Entscheidung“, so Ahmels. Allein am Sonnabend habe es bereits achtzehn Weiterleitungen gegeben.

Doch wichtiger als das Weiterkommen sei ohnehin die Leistung aller Teilnehmer, betonte Ahmels nachdrücklich. „Alle, die sich für den Landeswettbewerb qualifiziert haben, haben unheimlich viel geleistet“, sagte er mit Blick auf die intensive Probenarbeit, den Fleiß und die organisatorischen Herausforderungen. Schon die Qualifikation für diese Stufe stelle daher eine große Auszeichnung dar.

Würdigung durch die Stadt und ein kleiner Wermutstropfen

Matthias Mahnke, Warens Vizebürgermeister, würdigte die besondere Atmosphäre des Wochenendes und bezeichnete die Stadt „zumindest musikalisch gesehen als die heimliche Hauptstadt unseres Bundeslandes“. Sein Dank galt nicht nur den Musikern, sondern auch den Lehrkräften und Eltern. An die Jugendlichen gerichtet sagte er: „Ihr seid der Grund, warum wir heute hier sind. Ihr könnt stolz sein, so weit gekommen zu sein, unabhängig von der erreichten Bewertung. Auf der Bühne zu stehen, mit Lampenfieber klarzukommen und tatsächlich zu spielen, das hat größten Respekt verdient. Ihr seid alle Gewinner.“

Ein kleiner Wermutstropfen blieb dennoch: Das Celloquartett mit Pauline Massow, Hanna Violetta Beer, Anna Eichmann und Bjarne Max Below konnte krankheitsbedingt nicht antreten. „Hoffentlich kann das Ensemble beim Konzert der Kreismusikschule ‚Junges Waren musiziert‘ am 19. Juni zur Eröffnung der Warener Musiktage sein Können zeigen“, so Ursula Linke.

Heimvorteil genutzt und Blick auf den Bundeswettbewerb

Sebastian Michalansky jedenfalls nutzte seinen Heimvorteil voll aus. Er erreichte in seiner Altersklasse die volle Punktzahl und qualifizierte sich damit für den 63. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Dieser findet vom 21. bis zum 31. Mai zunächst in München und anschließend in Regensburg statt. Für den jungen Klavierschüler und viele andere Talente aus Mecklenburg-Vorpommern geht der musikalische Weg damit weiter – voller Emotionen, harter Arbeit und der Hoffnung auf weitere beeindruckende Auftritte.

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