Kesha attackiert Weißes Haus für missbräuchliche Nutzung ihres Songs
Die amerikanische Sängerin Kesha hat in scharfen Worten die Verwendung ihrer Musik durch das Weiße Haus auf der Plattform TikTok kritisiert. In einem am 3. März 2026 veröffentlichten Video unterlegte die Regierung Kriegsbilder mit Keshas Song »Blow«, ohne vorherige Genehmigung einzuholen.
Kriegsbilder synchronisiert mit Songtext
Das kontroverse TikTok-Video zeigt eine dramatische Inszenierung: Während die Sonne aufgeht, fliegen Kampfjets am Himmel, und eine Rakete trifft ein Kriegsschiff. Genau in diesem Moment setzt der Refrain von Keshas Song ein: »This place about to blow«, was auf Deutsch etwa »Der Laden fliegt gleich in die Luft« bedeutet. Diese gezielte Synchronisation von Gewaltdarstellungen mit dem Songtext löste bei der Künstlerin massive Empörung aus.
»Es ist mir zu Ohren gekommen, dass das Weiße Haus einen meiner Songs auf TikTok verwendet hat, um Gewalt zu schüren und mit Krieg zu drohen«, schrieb Kesha in einer emotionalen Stellungnahme auf ihren Social-Media-Kanälen. Sie betonte ausdrücklich: »Krieg ins Lächerliche zu ziehen, ist widerlich und unmenschlich. Ich stimme absolut NICHT zu, dass meine Musik dazu genutzt wird, jegliche Art von Gewalt zu bewerben.«
Politische Botschaft und persönlicher Angriff
In ihrer Kritik ging Kesha noch einen Schritt weiter und adressierte direkt den US-Präsidenten. Mit dem Satz »Love always trumps hate« nutzte sie ein Wortspiel, das sich auf den Namen Donald Trump bezieht – übersetzt bedeutet es »Liebe sticht Hass immer aus«. Sie fügte hinzu: »Bitte liebt euch selbst und einander in Zeiten wie diesen. Diese zur Schau gestellte Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben – und ganz offen gesagt dieser Angriff auf unser aller Nervensystem – ist das genaue Gegenteil von dem, wofür ich stehe.«
Abschließend erwähnte Kesha den Präsidenten explizit und bezog sich auf die Epstein-Files: »Lasst euch nicht von der Tatsache ablenken, dass der kriminelle Sexualstraftäter Donald Trump mehr als eine Million Mal in den Akten auftaucht.« Sie deutete an, dass das US-Justizministerium möglicherweise belastende Dokumente zurückhalte.
Historischer Kontext und weitere Fälle
Kesha ist nicht die erste Künstlerin, die sich gegen die unerlaubte Nutzung ihrer Musik durch politische Institutionen wehrt. Bereits in der Vergangenheit hatte die britische Rockband Radiohead die US-Einwanderungsbehörde ICE aufgefordert, ein Video mit ihrer Musik von den offiziellen Kanälen zu entfernen. In einer deutlichen Stellungnahme hieß es damals: »Wir verlangen, dass die Amateure, die den Social-Media-Account von ICE verwalten, diesen löschen«, ergänzt durch den drastischen Zusatz »Go fuck yourselves«.
Dieser Vorfall unterstreicht ein wiederkehrendes Muster, bei dem politische Akteure kreative Werke ohne Zustimmung der Urheber für propagandistische Zwecke instrumentalisieren. Keshas vehementer Widerstand zeigt, dass Künstler zunehmend bereit sind, sich gegen solche Praktiken zur Wehr zu setzen und ihre künstlerische Integrität öffentlich zu verteidigen.



